Sonntag, 15. Oktober 2023

Gaza - Hamas - Israel: Moralische Verwirrungen beim Blick auf menschenverachtendes Verhalten…

 Seestadtpresse Bremerhaven - Der Chefredakteur der Berliner Zeitung „Tagesspiegel“, Michael Tretbar, hat am 15. Oktober 2023 eine Mail verschickt unter der Überschrift „Israels Woche des Schreckens“. Hier der erste Teil seines Textes: 

„Hallo…, als ich Ihnen vor einer Woche an dieser Stelle geschrieben habe, war schon klar, dass die Ereignisse in Israel eine Herausforderung für die ganze Welt sein werden. Abgeschlossen waren die barbarischen Handlungen damals noch nicht. 

Jetzt, eine Woche später, weiß man mehr über das Ausmaß, die Brutalität und Unmenschlichkeit, mit der die Hamas-Kämpfer vorgegangen sind, gegen Frauen, Männer, Kinder, Babys, gegen Großeltern und feiernde Jugendliche. Es ist eine Woche, die Israel und die Welt nicht vergessen werden.

Israel hat mit Raketenbeschuss auf den Gaza-Streifen geantwortet und eine Bodenoffensive in das von der Hamas hart kontrollierte Gebiet wird wohl folgen. Im Moment versuchen dort die Menschen vor allem aus Gaza-Stadt zu fliehen. Doch ihre eigenen Leute, die Hamas, versuchen sie daran zu hindern, um propagandistischen Erfolg aus möglichen zivilen Opfern zu schlagen. 

Der Krieg stellt auch die deutsche Gesellschaft und die deutsche Politik auf die Probe. Denn wie soll umgegangen werden mit pro-palästinensischen Demonstrationen, bei denen keinesfalls nur das Leid der Zivilisten beklagt wird, sondern offen die brutalen Taten der Hamas gefeiert werden, der Juden-Hass sich Bahn bricht? Und wie geht man um mit Debatten bis tief hinein vor allem ins linke Lager, bei denen die Taten zwar verurteilt werden, aber noch im selben Atemzug das „aber“ ertönt?…“


Ich habe Michael Tretbar darauf mit folgender Mail geantwortet: 

 Sehr geehrter Herr Tretbar, 

wenn der Chefredakteur einer deutschen Tageszeitung vor der menschenverachtenden Reaktion Israels auf den menschenverachtenden Angriff der Hamas die Augen verschließt und geradezu vorwurfsvoll auf diejenigen zeigt, für die Moral keine doppelten Standards zulässt, dann wundere ich mich längst nicht mehr. 

Aber ein solches Verhalten empört mich über alle Maßen, zumal es noch nicht lange her ist, dass Redakteure wie Sie das menschenverachtende Verhalten Russlands gegenüber der Ukraine wortreich angeprangert haben. 

Menschenverachtendes Verhalten ist unakzeptabel, egal von wem es praktiziert wird. 

Mit freundlichem Gruß aus Bremerhaven

Detlef Kolze 

P.S. Ich empfehle Ihnen den Kommentar aus der Washington Post  - 






Donnerstag, 3. August 2023

UKRAINE-KRIEG: „Manifest für Frieden“ - Alice Schwarzer und Sarah Wagenknecht - Petition - Update…

 Seestadtpresse Bremerhaven - 3. August 2023 - UKRAINE-KRIEG: Hier ist das Update zur Petition „Manifest für Frieden“ von Alice Schwarzer und Sarah Wagenknecht… - Sehr wichtig ist der Link zu einem Text von Helmut Scheben (am Ende des Textes) über die erschütternde Einseitigkeit und Eindimensionalität der sogenannten Qualitätsmedien bei der Kommentierung der Ereignisse in der Ukraine…

EMMA 3. AUG. 2023 — 

Vom 10. Februar bis heute haben 850.000 BürgerInnen das von Alice Schwarzer und Sahra Wagenknecht initiierte „Manifest für Frieden“ unterzeichnet. Zusammen mit dem „Offenen Brief“ vom 29. April 2022 an Bundeskanzler Olaf Scholz sind es inzwischen schon 900.000 Unterschriften. Doch der Kanzler hält es noch nicht einmal für nötig, zu antworten. Das Töten in der Ukraine auf allen Seiten geht derweil munter weiter. Und die Verwandlung der Ukraine in verbranntes Land ebenso. Um die 300.000 Toten sollen es mittlerweile sein – die genauen Zahlen erfahren wir nicht. Eine ganze Generation junger Männer wird nicht mehr da sein. Nun wurde auch noch der Weg für die international geächtete Streumunition freigemacht. Und jetzt debattieren PolitikerInnen der Ampel allen Ernstes über die Lieferung von Marschflugkörpern und Langstreckenraketen. Wo aber bleiben die diplomatischen Initiativen, um dem Grauen ein Ende zu machen? Verhandlungen über Waffenstillstand und Friedenspläne? Und warum spielt das Manifest in den Leitmedien keine Rolle mehr? Der Journalist Helmut Scheben hat eine Erklärung dafür. 

https://www.emma.de/artikel/so-verlor-ich-den-glauben-die-etablierten-medien-340467


Dienstag, 25. Juli 2023

Der Bremerhavener Hafentunnel - Die Skandalgeschichte eines kuriosen Monsterbauwerks muss noch geschrieben werden...

Der Bremerhavener Hafentunnel - Die Skandalgeschichte eines kuriosen Monsterbauwerks muss noch geschrieben werden... Seestadtpresse Bremerhaven - Im November 1999 stand im Koalitionsvertrag von SPD und CDU das Projekt des "kreuzungsfreien Ausbaus der Cherbourger Straße". Im April 2001 stimmte diese Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung für den Plan, eine fast 1200 Meter lange Tunnelröhre zu bauen. Kostenpunkt: 180 Millionen DM. Zu dieser Zeit wurden 180 Lkw pro Stunde gezählt; für 2025 erwarteten die Planer 615 Lkw pro Stunde.

In den folgenden Jahren gab es lebhaftes Hin und Her über das Großprojekt, u.a. angefeuert durch den Vorschlag einer Nordumgehung zum Hafen über Langener Gebiet sowie diverse Vorschläge für einen anderen Verlauf des Tunnels.

Im Januar 2015 vermeldete dann die Seite "Hafentunnel Bremerhaven (http://www.hafentunnel-bremerhaven.de) unter der Überschrift "Nun geht es los": 

„Insgesamt kostet der Bau des Hafentunnels bzw. der Hafenanbindung zur A27 - 171,3 Millionen Euro. 120 Millionen davon trägt der Bund. Weitere 29 Millionen Euro kommen vom Land Bremen und rund 7,3 Millionen Euro von der Seestadt Bremerhaven. Die Hafenwirtschaft steuert einen Betrag von 15 Millionen Euro zum Ausbau der Hafenanbindung bei. Die Planungskosten belaufen sich auf 29,2 Millionen Euro. Diese Summe wird zusätzlich vom Land Bremen getragen. Die Belastung durch den Tunnelbau soll so gering wie möglich gehalten werden.

Nach vorläufiger Planung der Tunnelbauer ist die Gesamtfertigstellung des Tunnels, der für eine deutliche Reduzierung der Verkehrsbelastung rund um die Cherbourger Straße sorgen soll, für Herbst 2018/19 vorgesehen. Der Hafentunnel Bremerhaven schafft einen Weg in die Zukunft.“

Dann ging es wirklich los, aber nicht ganz so wie geplant. Schon der Zeitpunkt der Fertigstellung Herbst 2018 erwies sich als Luftnummer: Wir schreiben das Jahr 2023 - und noch immer ist das Lügenbauwerk nicht fertig.

Warum Lügenbauwerk? Die Notwendigkeit wurde mit ausgedachten Zahlen zurechtfimmeliert. Am 30. Juni 2008 prognostizierte der damalige Oberbürgermeister Jörg Schulz auf dem Sommerfest der Arbeitnehmerkammer "eine explosionsartige Zunahme des Verkehrs". Solche Erwartungen wurden allerdings stets nur durch andere Prognosen ergänzt, z.B. die Verkehrs- und Umschlagsprognose des ISL.  

Genaue Zählungen kamen aus rätselhaften Gründen nicht zustande. So wurde Ende September 2011 mitgeteilt, dass bereits im Herbst 2010 automatische Zählgeräte installiert worden seien, "die leider bislang noch keine abschließend plausibilisierten Ergebnisse liefern".

Der Bericht des Rechnungshofs Bremen von 2014 ließ keinen Zweifel an der Unsinnigkeit des Hafentunnels. Er sei „… zu keinem Zeitpunkt wirtschaftlich zu vertreten…“ gewesen, lautete die Bilanz ( https://www.rechnungshof.bremen.de/sixcms/media.php/13/Sonderbericht%20Hafentunnel.pdf ).

Die auf dieser Seite erschienenen Texte können nach Anklicken des folgenden Links noch einmal durchgeblättert werden https://btb-bremerhaven.blogspot.com/search?q=Hafentunnel .

Aber wie gesagt: Die ganze Skandalgeschichte dieses kuriosen Monsterbauwerks muss noch geschrieben werden...


Montag, 18. Januar 2016

"Mieter raus, Flüchtlinge rein" - Empörend - oder?

Seestadtpresse Bremerhaven - "Mieter raus, Flüchtlinge rein" - so lautet der Aufmacher des Lokalteils im heutigen Weser-Kurier (18. Januar 2016). Darunter steht: "Eine Akademie und zehn Parteien müssen... einem Übergangswohnheim weichen".

Der erste Gedanke beim Lesen: So weit musste es kommen: Normale Mieter werden vertrieben, weil Flüchtlinge massenhaft ins Land strömen.


 
Wer aber den Text liest, findet einen ganz anderen Hintergrund: Die geschäftstüchtige Bremer Immobilienagentur Asset will mit Flüchtlingen höhere Gewinne machen als mit den normalen Mietern.

Aber warum steht nicht in der Überschrift: "Gierige Geschäftemacher vertreiben Mieter"?

Weil Geschäftemacherei mittlerweile bei uns zu etwas so Normalen gemacht worden ist, dass damit alles gerechtfertigt wird! Kann nicht jeder einen Vermieter verstehen, der die alte Oma vertreibt, um die Immobilie zu Luxuswohnungen zu machen? Das bringt halt mehr Geld in die Kasse... Ist doch normal, gelle?

Diese Sichtweise wird im Text sogar ausdrücklich erwähnt. "Wirtschaftlich kann ich den Vermieter verstehen", erläutert einer der vertriebenen Mieter, "er wird mit Flüchtlingen eine deutlich höhere Rendite erzielen." Wen macht er verantwortlich? Die öffentliche Hand, weil sie "solche Anreize" setzt "und die Eigentümer dann natürlich (!!!) entsprechend handeln".

Was mich empört: Mit der Überschrift "Mieter raus, Flüchtlinge rein" befördert der Weser-Kurier eine politisch immer weiter nach rechts kippende öffentliche Stimmung, die in der großen Not so vieler  Menschen nur noch eine "uns" über Gebühr belastende "Flüchtlingskrise" sehen will und die deshalb Maßnahmen gegen die "Flüchtlingsflut" fordert und so weiter, und so weiter...

Wohlgemerkt: Der Text im Weser-Kurier ist in Ordnung. Dort wird erläutert, was geschehen ist und was geschehen soll. Aber die Überschrift gibt dem Ganzen einen Dreh, der die aktuelle politische Stimmungsmache gegen Flüchtlinge noch weiter anheizt.

Deshalb finde ich die Überschrift so empörend...

Freitag, 29. November 2013

Nordsee-Zeitung lügt weiter über den Hafentunnel – Manipulation mit Zahlen geht weiter…

Seestadtpresse Bremerhaven – “Seit vielen Jahren fließt der stetig wachsende LKW-Verkehr in den Überseehafen über die Cherbourger Straße.” Diese Aussage steht wörtlich in einer Beilage der Nordsee-Zeitung namens “stromaufwärts”, in der u.a. munter Werbung gemacht wird für den Hafentunnel und die Küstenautobahn.

Und diese Aussage ist eine glatte Lüge.

Die Nordsee-Zeitung selbst hat darüber berichtet, zwar etwas verschämt, aber in den Feststellungen eindeutig: Während im Jahre 2006 von 3900 Lkw täglich zu berichten war, ergab die Verkehrszählung von 2012 nur noch eine Zahl von “bis zu 2200″ Lkw täglich.

In der Seestadtpresse vom 18. Oktober 2012 wurde die Berichterstattung der Nordsee-Zeitung so zusammengefasst: “ lautete die eigenartige NZ-Überschrift am 13. Oktober 2012, und erst in der Unterzeile findet sich der Kern der Botschaft: .”

Da kann von einem “seit vielen Jahren… stetig wachsenden Lkw-Verkehr” nun wirklich nicht die Rede sein. Und ebenso falsch ist die Behauptung, der Lkw-Verkehr habe nur “nicht zugenommen”.

Richtig ist im Gegenteil: Der Lkw-Verkehr auf der Cherbourger Straße hat sich in dieser Zeit fast halbiert.

Um die Verfälschung der Lage aufrecht zu erhalten, bezieht sich der Lärm-Experte in “stromaufwärts” konsequent allein auf die Zahlen des Jahres 2006 und verknüpft sie mit den (mittlerweile überholten) Prognosen, die für 2025 (!!) eine Zahl von 8800 Lkw täglich annehmen.
Die Verkehrszählung aus dem Jahre 2012 wird totgeschwiegen, weil sie nicht ins Propaganda-Bild passen will.

Das alles ist in der Seestadtpresse mehrfach dargestellt worden, unter anderem >>>an dieser Stelle.

Wer alle hier erschienenen Texte zum Hafentunnel noch einmal durchblättern will, kann >>>hier klicken.

Donnerstag, 14. November 2013

Kuddelmuddel bei der Nordsee-Zeitung: Gibt es freiwillige Verpflichtungen? Und ist die BIS ein merkwürdiger Verein?

Seestadtpresse Bremerhaven - Überschriften sollen den Inhalt eines Zeitungsartikels prägnant auf den Punkt bringen und meinetwegen gelegentlich auch mal provokativ zuspitzen. Interessant wird es, wenn eine Überschrift prägnant und provokativ misslingt, wie im Lokalteil der Nordsee-Zeitung vom 12. November 2013:

R0027324

Von "freiwilligen Leistungen" und "Vereinen und Verbänden" wird dort geschrieben. Und es wird erläutert, dass es um "Zuwendungen" aus dem städtischen Haushalt geht, denen der "Rotstift" droht.

Schon ein erster Blick auf den Text macht den Unsinn in der Überschrift deutlich, denn die Zuwendungen gehen an die Entwicklungsgesellschaft BEAN, an die Verkehrsgesellschaft VGB, an die Wirtschaftsförderer der BIS, an die Stadthalle, an das Arbeitsförderungszentrum AFZ, den Zoo am Meer, das Schiffahrtsmuseum - und da kann weder von "Vereinen und Verbänden" noch von "freiwilligen Leistungen" die Rede sein.

In einem Zusatz wird das Ganze in der unteren Ecke auch richtig erklärt. Bei Zuwendungen gehe es um zweckgebundene Geldleistungen der Stadt "'zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben'..., die sonst von ihr selbst wahrgenommen werden müssen".

Wohlgemerkt: MÜSSEN! Von wegen freiwillig!

Noch eine kleine Anmerkung: Genau 1,86 Millionen Euro gingen laut NZ im vergangenen Jahr an die Stäpark "für den Betrieb der Parkgarage Havenwelten".

Erinnert sich noch jemand? Die Parkgarage unter den Havenwelten wurde "privat" finanziert von den Unternehmen AVW und Zech. Genaue Zahlen über die Kosten gibt es bis heute nicht. Im Weser-Kurier vom 10. Oktober 2008 war zu lesen, dass AVW von 45 Millionen Euro Gesamtinvestition spreche, während der Magistrat stets eine Zahl von 37,5 Millionen Euro genannt habe. "Darin enthalten sind 7,8 Millionen Euro, die von der Stadt für den Bau der gläsernen Kuppel beigesteuert wurden. Bestandteil der AVW-Investition ist die Tiefgarage, die mit bis zu 16 Millionen Euro zu Buche schlagen dürfte. Für die Nutzung der 500 Stellplätze konnte AVW einen langfristigen Vertrag mit der Städtischen Wohnunggesellschaft (Stäwog) abschließen. Über eine Tochtergesellschaft sorgt die Stäwog mit jährlichen Zahlungen für die Finanzierung - unabhängig von der Höhe der Einnahmen aus Parkgebühren. Gefüllt wird die (laut Magistrat) unvermeidbare Deckungslücke aus dem städtischen Haushalt."

Und das Geld muss Jahr für Jahr fließen - als Zuwendung an die Stäpark.

Freiwillig? Nu ja...

Dienstag, 10. Juli 2012

Bremerhavener Nordsee-Zeitung wandelt weiter auf IHK-Propaganda-Pfaden - Verfälschende Überschrift...

Seestadtpresse Bremerhaven - "Bettensteuer ärgert die IHK-Funktionäre" - so hätte die korrekte Überschrift für einen Artikel in der Bremerhavener Nordsee-Zeitung am 9. Juli 2012 lauten müssen.

Und wie verdreht die Redaktion der Nordsee-Zeitung diese parteiliche Botschaft?



Außerdem fällt auf, dass der Text nicht einmal diese einseitig verfälschte Botschaft stützt, denn laut Interessenverband Dehoga scheinen sich die allermeisten Gäste überhaupt nicht allzu sehr zu ärgern; von sinkenden Übernachtungszahlen könne nicht gesprochen werden, berichtet die NZ.

Selbst der im NZ-Text ausführlich zitierte Hotelier Piet Rothe meldet zwar "einen Buchungsrückstand von acht Prozent". Aber dies kann nach seinen eigenen Angaben auch völlig andere Gründe haben, insbesondere "etwas mehr Ruhe" bei den touristischen Angeboten Bremerhavens oder "viele neue Betten in Pensionen". So steht es dann auch korrekt im NZ-Vorspann zum Text: "Der befürchtete Einbruch bei den Buchungen (ist) offenbar ausgeblieben."

Jeder Mensch kann wissen, dass im Text noch so viele Relativierungen angeführt werden können. Die Überschrift setzt den entscheidenden Prägestempel für die durchschnittliche Leserschaft, und diese Überschrift spiegelt in diesem Fall nichts als die Sichtweise der IHK-Funktionäre wider.

Diese Einseitigkeit hat eine logische Folge: Die Meinungsäußerung irgendeines Befürworters der "Bettensteuer" kommt im Text der Nordsee-Zeitung an keiner einzigen Stelle zur Sprache.

Freitag, 13. April 2012

Nobelpreisträger Günter Grass warnt vor der gefährlichen Politik Netanjahu-Israels und löst die bekannten Reflexe aus - Ein Lehrstück über deutschen Journalismus...

Seestadtpresse Bremerhaven - Die heftigen verbalen Breitseiten gegen den Nobelpreisträger Günter Grass ermöglichen interessante Einblicke in das Tunnelblick-System deutscher Kommentatoren und Feuilletonisten.

Der Anlass ist bekannt: Grass formulierte unter der Überschrift >>>"Was gesagt werden muss" eine im Ton zurückhaltende, aber unmissverständliche Kritik an der israelischen Politik, die mittlerweile seit vielen Jahren unter der Regie des reaktionären Regierungschefs Benjamin Netanjahu steht. Mit in diesem israelischen Regierungsboot sind Leute, die politisch noch weiter rechts stehen und teilweise offen rassistische Auffassungen vertreten.

Die Politik dieser Regierung steht in der Kritik. Es geht nicht um Israel und schon gar nicht um "die Juden". Es geht um die reaktionäre und gefährliche Politik der Netanjahu-Regierung.


Wer weiterlesen will, muss >>>Seestadtpresse Bremerhaven anklicken.

Mittwoch, 7. März 2012

In der Bremerhavener CDU gibt's Streit, und die Nordsee-Zeitung hält nur den Teiser-Kritikern die Tröte vörs Maul, ohne politisch aufzuklären...

Seestadtpresse Bremerhaven - Es gibt Zeitgenossen, die den aktuellen Streit in der Bremerhaven CDU als "erfrischend" empfinden. Sie erfreuen sich insbesondere daran, dass der langjährige CDU-Kreisvorsitzende Michael Teiser "endlich mal" auf "richtigen Widerspruch" stößt.

Dabei lässt zunächst einmal eine gewisse Häme gegenüber Michael Teiser beobachten, der mit tatkräftiger Hilfe der Nordsee-Zeitung in der Bremerhavener Öffentlichkeit  als Negativ-Figur ausgemalt wurde.

Auch die jetzigen Streitereien in der CDU hätten ohne die medialen Hebammenkünste der Nordsee-Zeitung mit Sicherheit nicht diese Aufplusterung erfahren. Die Kampagne passt einfach zu gut in das journalistische NZ-Profil, das auf Personalisierungen in Verbindung mit verbaler Krawallmacherei charakterisiert werden kann.

Die Freude an solch oberflächlichem Klamauk sei den von der NZ Beglückten durchaus gegönnt, aber mit dem Kern von Politik hat das leider nichts zu tun.

Sehr schön sichtbar wird das meiner Ansicht nach an folgender Beobachtung: Vom Teiser-Hauptkritiker U. ist nicht eine einzige inhaltliche Forderung bekannt. Über seine politischen Ansichten und Positionen erfährt die NZ-Leserschaft nichts, absolut nichts. Mensch bekommt nur zu lesen, dass U. die von ihm als zu groß empfundene Macht Teisers in der CDU kritisiert.

Blenden wir die Person des Herrn U., der mir politisch eher als profilloses X. dazustehen scheint, einmal aus.

Nehmen wir in einem Gedankenexperiment einmal an, ein  gehätschelter Teiser-Kritiker wäre ein beinharter und starrköpfiger Rechtsradikaler, der die CDU inhaltlich in Richtung NPD treiben wollte. Wie groß bliebe die Freude an einer Krawallmacherei gegen den Vorsitzenden Teiser, wenn es sich bei diesem Kritiker um einen Rechtsradikalen handelte?

Was ich damit sagen will: Wer sich an "erfrischender" Teiser-Kritik erfreut, sollte wenigstens wissen wollen, unter welcher politischen Fahne der Kritiker segelt. Welche inhaltlichen Positionen Teisers kritisiert er? Welche Positionen will er statt dessen durchsetzen?
Wenn die Nordsee-Zeitung zu solcher Aufklärung politischer Streitereien wenigstens ein Spierchen beigetragen hätte, könnte man sie loben.

Angesichts der völlig inhaltsleeren Personal-Sabbeleien über zu große Macht bleibt jedenfalls bei mir wieder nur ein Kopfschütteln über eine erneute journalistische Fehlleistung.

Montag, 13. Februar 2012

Altes über die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" (INSM) - Nur der Vollständigkeit halber...

Über ein erfreuliches "PR-Desaster" für die Unternehmer-Lobby-Gruppe namens "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" (INSM) berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Jungen Journalisten seien für eine Tagespauschale von 200 Euro interessante Gespräche mit irgendwelchen Berühmtheiten avisiert worden, obwohl diese Berühmtheiten über ihre angepeilte Mitwirkung gar nicht informiert waren.

Deswegen gab es nicht nur heftige Proteste - die Unternehmer-Lobby geriet endlich einmal in die Schlagzeilen...

Donnerstag, 22. September 2011

So lassen sich Journalisten kaufen - Das NDR-Medienmagazin "Zapp" zeigt, wie es geht...

Seestadtpresse Bremerhaven - Die Käuflichkeit und Unbedarftheit von Journalisten liefert den Stoff für einen interessante Beitrag des NDR-Medienmagazins "Zapp".

In seiner Ausgabe vom 21. September 2011 zeigt "Zapp" am Beispiel von Autojournalisten, wie deren "Gewogenheit" mit Rundumbetreuung durch die Konzerne herbeigezaubert wird.


Weiter im Text geht es durch einen >>>Klick an dieser Stelle.

Freitag, 16. September 2011

Nordsee-Zeitung zur Kommunalwahl in Niedersachsen im Internet nicht auf der Höhe der Zeit? - Kritische Stimmen aus der Leserschaft...

Seestadtpresse Bremerhaven - Große Verwunderung über den Umgang der Nordsee-Zeitung (NZ) mit der Kommunalwahl in Niedersachsen äußern mehrere Leserinnen und Leser der Seestadtpresse.“Unglaublich, aber wahr“, lautet eine der Botschaften. „Am vergangenen Sonntag war in Niedersachsen Kommunalwahl, und die NZ war nicht dabei!“

Weiter im Text >>>geht es hier

Montag, 12. September 2011

Falsches Zitat oder skandalöse Unverschämtheit? - Der Bremerhavener Sozialstadtrat Klaus Rosche sollte seine Haltung gegenüber der Solidarischen Hilfe dringend ins Reine bringen...

Seestadtpresse Bremerhaven - Die seit zwanzig Jahren erfolgreich und ehrenamtlich arbeitende Sozialberatung "Solidarische Hilfe" hat in Sozialstadtrat Klaus Rosche offensichtlich keinen besonderen Freund und Förderer.

Anders kann der Bericht in der Nordsee-Zeitung vom 12. September 2011 nicht verstanden werden - falls nicht die Äußerungen Rosches fehlerhaft wiedergegeben worden sind.

Aber dazu müsste der Sozialstadtrat sich bald zu Wort melden, sonst bleiben seine gehässigen Äußerungen als Makel an ihm kleben...

Wer Genaueres wissen möchte, kann die Seestadtpresse ansteuern und muss hier klicken.

Donnerstag, 8. September 2011

NDR-Medienmagazin Zapp über eine Demonstration für kritischen Lokaljournalismus - Der Bericht ist auch für Bremerhaven und seine Nordsee-Zeitung interessant...

Seestadtpresse Bremerhaven - Was in Zossen gefordert wird, kann auch für Bremerhaven durchaus diskutiert werden: Es geht um einen kritischen und fairen Lokaljournalismus. Die Presse müsse sich frei halten von den Ansprüchen der Mächtigen, wird ein Bürger in dem Bericht zitiert...

Das NDR-Medienmagazin Zapp berichtete am 7. September 2011 über eine Demonstration gegen die Gewohnheiten der "Märkischen Allgemeinen Zeitung".

Mittwoch, 17. August 2011

Bürgerliches Lager mit überraschender Kapitalismuskritik - Text von Frank Schirrmacher und Charles Moore...

Seestadtpresse Bremerhaven - Wer staunen möchte über kritische Stimmen aus dem bürgerlichen Lager, die sich mit den Auswüchsen des finanzmarktgetriebenen Kapitalismus beschäftigen, findet dazu aktuell zwei geradezu dramatische Beispiele - Texte von Frank Schirrmacher in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und von Charles Moore in The Telegraph.

Weiter im Text geht es durch einen Klick an dieser Stelle.

Mittwoch, 3. August 2011

"Nordwest Zeitung" in Oldenburg auf der Flucht vor geordneten Tarifen - Gewerkschaft Verdi kritisiert "Tarifdumping"...

Seestadtpresse Bremerhaven - In einer Pressemitteilung vom 3. August 2011 kritisiert die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Flucht der Oldenburger Nordwest Zeitung (NWZ) aus der Tarifbindung.

Anfang dieser Woche habe der Geschäftsführer bekannt gegeben, "dass der Zeitungsverlag für die Redakteurinnen und Redakteure und Angestellten im Verlag die Tarifbindung im Zeitungsverlegerverband zu Ende Juli 2011 beendet hat", heißt es in der Verdi-Pressemitteilung.

Weiter stellt Verdi fest: „Ein Verlag wie die NWZ, der ohne wirtschaftliche Not seit Jahren schon Tarifdumping auf dem Rücken der Arbeitnehmer in Leiharbeit betreibt, kann offenbar den Hals nicht vollkriegen. Auch wenn die Tarifstandards erst mal in Redaktion und Verlag fortgelten, kann man davon ausgehen, der Verlag will mittelfristig weg von guten und fairen Branchenstandards."

Als Hintergrund nennt Verdi für den Verlag eine Zahl von insgesamt 400 Beschäftigten, davon etwa 100 Redakteurinnen und Redakteure sowie Volontärinnen und Volontären. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt seien 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Redaktion und Verlag über die Leiharbeitsfirma NWP außerhalb der für den Verlag geltenden Flächentarife beschäftigt.

Diese Leiharbeit habe zu einer deutlich schlechteren Bezahlung und zu deutlich schlechteren Arbeitsbedingungen geführt, trotz gleicher Arbeitsleistungen.

Freitag, 29. Juli 2011

Umbau der Bremerhavener Kliniklandschaft: Kritik am "Kampagnenjournalismus" der Nordsee-Zeitung...

Seestadtpresse Bremerhaven - Der Umbau der Bremerhavener Kliniklandschaft ist ein komplizierter Prozess, der seit vielen Jahren in einem etwas unübersichtlichen Hin und Her steckengeblieben ist.

Jetzt gibt es einen neuen Anlauf, der von der Nordsee-Zeitung ausführlich und schlagzeilenmächtig begleitet wurde.

Ein Insider charakterisiert die NZ-Vorgehensweise als einseitigen "Kampagnenjournalismus" und sieht alte Vorurteile am Werk.

Zum ausführlichen Text über die "schlagseitige Darstellung der Nordsee-Zeitung geht es durch einen Klick an dieser Stelle.

Sonntag, 24. Juli 2011

"Gute Nacht, Journalismus"? - Die Neue Zürcher Zeitung über Skandalisierungen und fette Schlagzeilen in unseren Zeitungen...

Seestadtpresse Bremerhaven - Der Fall Rupert Murdoch setzt allerorten kritische Diskussionen über die Mängel und Ärgernisse heutiger Massenmedien in Gang.

Unter der Überschrift "Gute Nacht, Journalismus!" setzt sich die Neue Zürcher Zeitung am 14. Juli 2011 mit der Problematik auseinander, speziell mit Blick auf die Schweiz: "Auch bei uns werden die situative Aufgeregtheit, die Skandalisierung immer mehr zum Leitfaden des Journalismus", schreibt der Autor Anton Schaller. "Die neuen Prinzipien verdrängen die umfassende Recherche, sie rücken die Bezüge auf die Geschichte in den Hintergrund."

Und weiter: "Auch bei uns zählt die fette Schlagzeile, drängt die Skandalgeschichte in den Vordergrund. Auch bei uns bestimmt mehr der Markt den Journalismus als die Orientierung an Wahrheit, Ausgewogenheit und Relevanz." (Hervorhebungen DK)

Solche Beobachtungen sollten Anstoß sein, auch die kleineren regionalen Zeitungen wie die Nordsee-Zeitung in Bremerhaven immer wieder einmal kritisch unter die Lupe zu nehmen.

Ziel ist nicht die Bekämpfung solcher Publikationen, sondern deren qualitative Weiterentwicklung im Sinne einer offenen und fairen öffentlichen Diskussion. Es soll allerdings Redaktionen geben, denen eine solche Unterscheidung fremd zu sein scheint.

Die Seestadtpresse Bremerhaven beackert dieses interessante Feld seit längerer Zeit. Beispiele dafür lassen sich hier oder hier und anderswo in dieser Bloggerei nachlesen.

Samstag, 23. Juli 2011

Die lokale Machtstellung der Nordsee-Zeitung stützt sich auf bestimmte Muster - Vielleicht kann der Skandal um Rupert Murdoch für leichte Aufhellung sorgen...

Seestadtpresse Bremerhaven - Der Skandal um den Medienunternehmer Rupert Murdoch hat nach Meinung eines Beobachters in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sichtbar gemacht, dass Murdoch mit seinem Medien-Imperium in Großbritannien „weniger über die Massen als über die Mächtigen geherrscht habe.

Funktioniert habe diese Machtausübung über die Angst – „die Angst vor den Konsequenzen, wenn man es sich mit den Blättern oder ihren Verantwortlichen verscherzt“.

Die Frage ist, ob nicht auch andere Medien bis hin zu unserer kleinen Nordsee-Zeitung in Bremerhaven ihre Machtstellung nach diesem Muster ausnutzen können.

Ein paar Überlegungen dazu können >>>hier angeklickt werden.

Dienstag, 3. Mai 2011

Nordsee-Zeitung will dieses Mal mit dem Leserkalender etwas weniger Geld verdienen - Pro Anruf zur Auswahl der Fotos werden nun 14 statt 50 Cent fällig...

Seestadtpresse Bremerhaven - Die Nordsee-Zeitung hat ihre Zuverdienstmöglichkeiten bei der Erstellung eines "Leserkalenders" für das Jahr 2012 gegenüber dem vorhergehenden Mal ein wenig reduziert.

Wie in dieser Abteilung der Seestadtpresse unter dem Datum des 18. September 2010 nachzulesen ist, kostete jeder Anruf aus dem Festnetz im vergangenen Jahr noch 50 Cent, wenn jemand seine Foto-Auswahl für einen der zwölf Monate an die NZ weitergeben wollte. Das summierte sich auf immerhin sechs Euro, falls eine NZ-Leserin oder ein NZ-Leser ein Votum für alle zwölf Monatsblätter abgeben wollte.

Wer die aktuelle NZ-Werbekampagne für den Leserkalender ansieht, findet dort für jeden Anruf statt bisher 50 Cent nun 14 Cent.

Diese 14 Cent pro Anruf liegen immer noch weit über den normalen Telefontarifen, aber sie stellen doch zumindest eine gewisse Abkehr von der seinerzeit monierten Raffgier dar.