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Samstag, 30. Oktober 2010

Nordsee-Zeitung pflegt ihre Einseitigkeiten - Bericht über eine Veranstaltung des Unternehmensnetzwerks i2b ohne Hinweis auf deren Gründer und Ideengeber Hanjörg Troebner...

Seestadtpresse Bremerhaven - Die Nordsee-Zeitung (NZ) berichtet oft einseitig und voreingenommen über politische und gesellschaftliche Entwicklungen in Bremerhaven - für kritische Beobachter der hiesigen Presselandschaft ist das wahrlich keine Neuigkeit.

Gleichwohl ist es immer wieder verblüffend, wie willkürlich Themen und Ausführlichkeiten bei der Berichterstattung festgelegt werden.

Ein Beispiel dafür liefert die NZ-Berichterstattung über das seit Jahren höchst erfolgreich agierende Wirtschaftsnetzwerk i2b, das die etablierte, aber betuliche und verschnarchte Industrie- und Handelskammer (IHK) zunehmend in den Schatten stellt.

"In der IHK verteilen die fett gewordenen Geschäftsleute der Stadt die Pfründe", meint ein Insider etwas hämisch und macht damit auf ein Problem der IHK aufmerksam: Dort sitzen diejenigen auf den wichtigen Posten, die im Moment noch über die Schalthebel der Macht verfügen können. Jüngere und ehrgeizige Geschäftsleute, die erst noch voran kommen wollen, haben dort nur selten eine Chance - ein Zustand, der sich mit Sicherheit ändern wird, auch wenn es manche noch nicht gemerkt haben.

Im Netzwerk i2b ist das anders, weil es sich in vielerlei Hinsicht auf der Höhe der Zeit befindet. Da braucht man nur einmal die Organisation von Veranstaltungen zu vergleichen...

Mit welch einem umfangreichen Instrumentarium die IHK ihre Einflussmöglichkeiten absichert, ergibt sich schon daraus, dass sie mit der Nordsee-Zeitung die einzige Tageszeitung der Stadt fest unter ihrer Kontrolle hat. Schließlich ist die Verlegerin gleichzeitig Vizepräsidentin der IHK und macht sich angeblich sogar Hoffnung, auf den Präsidentenstuhl zu krabbeln.

Wenn die Nordsee-Zeitungs-Mitarbeiter Zweifel haben könnten, welche Art der Berichterstattung gewünscht ist, dann gibt es bekanntlich auch schon einmal eine direkte Anweisung aus der Verlagsleitung. Im Grunde wird es Zeit, einmal eine Sammlung solcher hausinterner Botschaften aus den vergangenen Jahren zu veröffentlichen...

Wer nun heute (30. Oktober 2010) einen Blick in die Nordsee-Zeitung wirft, findet dort im Lokalteil ganz unten auf einer Seite einen winzigkleinen und lieblosen Bericht von gerade einmal 34 Zeilen über den swb-Netzwerk-Award.

Dass es sich dabei um eine durch das Netzwerk i2b und deren Organisator und Ideengeber Hansjörg Troebner initiierte Aktion handelt, erfährt der NZ-Leser nicht. Auch auf dem Foto ist Troebner selbstverständlich nicht zu sehen.

Dass an der Veranstaltung mehr als 120 Gäste teilgenommen haben und dass es sicherlich eine Besonderheit ist, dass die beiden Neubürgerpreise für zwei beeindruckend dynamische junge Frauen durch den Bremerhavener Oberbürgermeister Jörg Schulz und den Bremer Bürgermeister Jens Böhrnsen überreicht wurden - das ist für die Nordsee-Zeitung offensichtlich kein Grund für eine ausführlichere Berichterstattung.

Auf der Webseite von i2b sind schön gemachte filmische Porträts über die Preisträgerinnen Natalie Driemeyer und Jolanthe Ogermann zu sehen. 

Das darf gerne einmal mit der NZ-Berichterstattung verglichen werden, die durch irgendeine belanglose Veranstaltung der IHK ausgelöst wird. 

Erinnert sei hier auch an die ausführliche NZ-Berichterstattung über "wegweisende Banalitäten der IHK für die Zukunft Bremerhavens".

Anzumerken ist, dass dieses Papier nicht einmal von einem offiziellen IHK-Arbeitskreis vorgelegt wurde, sondern von einer privaten Unternehmerinitiative unter Beteiligung der NZ-Verlegerin, die sich das IHK-Deckmäntelchen umgehängt hat.

Für die Nordsee-Zeitung änderte dies nichts daran, dass sie erneut zum Vereinsblättchen für heimische Unternehmerinteressen degradiert wurde. Dass einer dermaßen abfällig behandelten Redaktion die Lust an einer objektiven und kritischen Berichterstattung abhanden kommt, dürfte übrigens nicht besonders verwunderlich sein.

Mittwoch, 15. September 2010

Bremerhaven: Industrie- und Handelskammer (IHK) präsentiert mit Hilfe der Nordsee-Zeitung (NZ) wegweisende Banalitäten für die Zukunft der Stadt - NZ als IHK-Vereinsblättchen missbraucht...

Seestadtpresse Bremerhaven - Die Nordsee-Zeitung muss sich von ihrer Verlegerin Roswitha Ditzen-Blanke wieder einmal als Vereinsblatt der Industrie- und Handelskammer (IHK) missbrauchen lassen. Angeblich erarbeitete der IHK-Arbeitskreis Wirtschaft ein "Schwerpunktpapier" mit (mitteilenswerten) "guten Ideen für die Region".

Ein Blick auf die ersten beiden Folgen zeigt: Es werden erneut IHK-Banalitäten in die Öffentlichkeit transportiert, um das Geldverdienen der Arbeitskreismitglieder und anderer regionaler Unternehmer zu befördern. 

Teil 1 erschien am Sonnabend, dem 11. September 2010, in der Nordsee-Zeitung. In der Überschrift wird eine geradezu bahnbrechende Erkenntnis mitgeteilt: "Investitionen in die Zukunft: Der Hafen".

Warum nur ist niemand vorher auf diesen großartigen Gedanken gekommen? Warum musste erst die IHK mit ihrem "Schwerpunktpapier" den Bremerhavenern die Augen öffnen?

Im einzelnen präsentiert die Nordsee-Zeitung bemerkenswerte IHK-Erkenntnisse, zum Beispiel dass der Hafentunnel an der Cherbourger Straße den Wünschen der Unternehmerschaft entspricht. Als "weiteres Anliegen der IHK" nennt die NZ den Bau der Küstenautobahn. Und schließlich fordert die IHK die Fortsetzung des Bemühens um "optimale Logistikflächen".

Hafenanbindung, Küstenautobahn, Logistikflächen für den Hafen - solche Forderungen blitzen geradezu vor Einfallsreichtum.

Aber das war's dann schon mit den "guten Ideen" der IHK für die Region - zumindest in der ersten Folge.

Am heutigen Mittwoch, dem 15. September 2010, dürften viele Leserinnen und Leser in der von ihnen bezahlten Nordsee-Zeitung mit Spannung auf die unbezahlte Eigenwerbung der Industrie- und Handelskammer gewartet haben. Nun kommt die Maritime Industrie unter die gnadenlose IHK-Lupe.

Ganz nagelneu ist der erste Vorschlag - ein neues Großdock für die Werften. Allerdings gesteht die Nordsee-Zeitung sofort ganz ausdrücklich ein, dass es "solche Überlegungen in der Seestadt bereits seit mehreren Jahren gibt".

Aber nun kommt es dicke: Die IHK setzt sich ohne Wenn und Aber dafür ein, dass die Offshore-Windenergie weiter voran gebracht wird.

Potzblitz aber auch - Offshore-Windenergie!

Etwas rätselhaft ist zunächst die NZ-Aussage über eine zentrale Forderung der IHK in dieser Angelegenheit: "Bremerhaven müsse auf der Luneplate als Basishafen für die Offshore-Windenergie positioniert werden", meint angeblich die IHK. Basishafen auf der Luneplate?

Gleich danach findet sich die Erläuterung, dass der Hafen wohl doch nicht an einem der Gräben auf der Luneplate gebaut werden soll, sondern in der Nähe des Regionalflughafens Luneort. Der müsse an den Bedarf der Windenergie angepasst werden, heißt es in bestürzender Klarheit.

Die NZ-Leserschaft darf gespannt sein, wie es mit dem IHK-Krimi weitergeht. Es sollen dank der engagierten NZ-Verlegerin noch insgesamt acht weitere Folgen mit solchen Banalitäten erscheinen.

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Die Nordsee-Zeitung wirbt weiter für die IHK-Forderung nach längeren Öffnungszeiten im Einzelhandel...


"Händler kämpfen weiter für Sonntagsöffnung", vermeldet die Nordsee-Zeitung am 18. Dezember 2008 auf der ersten Seite ihres Lokalteils. Im Text erwähnt werden nur ältere Argumente aus Kreisen der Industrie- und Handelskammer (IHK).

Von Protesten aus der Arbeitnehmerschaft gegen vermehrte Sonntagsarbeit, beispielsweise von der Gewerkschaft ver.di, ist nirgends etwas zu finden. Diese kritische Position wird in der NZ nicht erwähnt.

Hingewiesen wird im Text auf den langen Einkaufsabend am folgenden Sonnabend. Er wird ausdrücklich als Reaktion "auf den vom Senat verbotenen verkaufsoffenen Sonntag am ersten Advent" charakterisiert. Gleich daneben befindet sich eine Anzeige, die Werbung für den verlängerten sonnabendlichen Einkauf macht.

Zeigt sich in einer solchen Berichterstattung der einzigen Bremerhavener Tageszeitung eigentlich die gebotene Distanz zu den Lobbypositionen der IHK, die nach eigener Einschätzung nicht für den gesamten Einzelhandel sprechen kann?