Seestadtpresse Bremerhaven - Es gibt Zeitgenossen, die den aktuellen Streit in der Bremerhaven CDU als "erfrischend" empfinden. Sie erfreuen sich insbesondere daran, dass der langjährige CDU-Kreisvorsitzende Michael Teiser "endlich mal" auf "richtigen Widerspruch" stößt.
Dabei lässt zunächst einmal eine gewisse Häme gegenüber Michael Teiser beobachten, der mit tatkräftiger Hilfe der Nordsee-Zeitung in der Bremerhavener Öffentlichkeit als Negativ-Figur ausgemalt wurde.
Auch die jetzigen Streitereien in der CDU hätten ohne die medialen Hebammenkünste der Nordsee-Zeitung mit Sicherheit nicht diese Aufplusterung erfahren. Die Kampagne passt einfach zu gut in das journalistische NZ-Profil, das auf Personalisierungen in Verbindung mit verbaler Krawallmacherei charakterisiert werden kann.
Die Freude an solch oberflächlichem Klamauk sei den von der NZ Beglückten durchaus gegönnt, aber mit dem Kern von Politik hat das leider nichts zu tun.
Sehr schön sichtbar wird das meiner Ansicht nach an folgender Beobachtung: Vom Teiser-Hauptkritiker U. ist nicht eine einzige inhaltliche Forderung bekannt. Über seine politischen Ansichten und Positionen erfährt die NZ-Leserschaft nichts, absolut nichts. Mensch bekommt nur zu lesen, dass U. die von ihm als zu groß empfundene Macht Teisers in der CDU kritisiert.
Blenden wir die Person des Herrn U., der mir politisch eher als profilloses X. dazustehen scheint, einmal aus.
Nehmen wir in einem Gedankenexperiment einmal an, ein gehätschelter Teiser-Kritiker wäre ein beinharter und starrköpfiger Rechtsradikaler, der die CDU inhaltlich in Richtung NPD treiben wollte. Wie groß bliebe die Freude an einer Krawallmacherei gegen den Vorsitzenden Teiser, wenn es sich bei diesem Kritiker um einen Rechtsradikalen handelte?
Was ich damit sagen will: Wer sich an "erfrischender" Teiser-Kritik erfreut, sollte wenigstens wissen wollen, unter welcher politischen Fahne der Kritiker segelt. Welche inhaltlichen Positionen Teisers kritisiert er? Welche Positionen will er statt dessen durchsetzen?
Wenn die Nordsee-Zeitung zu solcher Aufklärung politischer Streitereien wenigstens ein Spierchen beigetragen hätte, könnte man sie loben.
Angesichts der völlig inhaltsleeren Personal-Sabbeleien über zu große Macht bleibt jedenfalls bei mir wieder nur ein Kopfschütteln über eine erneute journalistische Fehlleistung.
Posts mit dem Label Nordsee-Zeitung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Nordsee-Zeitung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Mittwoch, 7. März 2012
Freitag, 16. September 2011
Nordsee-Zeitung zur Kommunalwahl in Niedersachsen im Internet nicht auf der Höhe der Zeit? - Kritische Stimmen aus der Leserschaft...
Seestadtpresse Bremerhaven - Große Verwunderung über den Umgang der Nordsee-Zeitung (NZ) mit der Kommunalwahl in Niedersachsen äußern mehrere Leserinnen und Leser der Seestadtpresse.“Unglaublich, aber wahr“, lautet eine der Botschaften. „Am vergangenen Sonntag war in Niedersachsen Kommunalwahl, und die NZ war nicht dabei!“
Weiter im Text >>>geht es hier.
Weiter im Text >>>geht es hier.
Montag, 12. September 2011
Falsches Zitat oder skandalöse Unverschämtheit? - Der Bremerhavener Sozialstadtrat Klaus Rosche sollte seine Haltung gegenüber der Solidarischen Hilfe dringend ins Reine bringen...
Seestadtpresse Bremerhaven - Die seit zwanzig Jahren erfolgreich und ehrenamtlich arbeitende Sozialberatung "Solidarische Hilfe" hat in Sozialstadtrat Klaus Rosche offensichtlich keinen besonderen Freund und Förderer.
Anders kann der Bericht in der Nordsee-Zeitung vom 12. September 2011 nicht verstanden werden - falls nicht die Äußerungen Rosches fehlerhaft wiedergegeben worden sind.
Aber dazu müsste der Sozialstadtrat sich bald zu Wort melden, sonst bleiben seine gehässigen Äußerungen als Makel an ihm kleben...
Wer Genaueres wissen möchte, kann die Seestadtpresse ansteuern und muss hier klicken.
Anders kann der Bericht in der Nordsee-Zeitung vom 12. September 2011 nicht verstanden werden - falls nicht die Äußerungen Rosches fehlerhaft wiedergegeben worden sind.
Aber dazu müsste der Sozialstadtrat sich bald zu Wort melden, sonst bleiben seine gehässigen Äußerungen als Makel an ihm kleben...
Wer Genaueres wissen möchte, kann die Seestadtpresse ansteuern und muss hier klicken.
Donnerstag, 8. September 2011
NDR-Medienmagazin Zapp über eine Demonstration für kritischen Lokaljournalismus - Der Bericht ist auch für Bremerhaven und seine Nordsee-Zeitung interessant...
Seestadtpresse Bremerhaven - Was in Zossen gefordert wird, kann auch für Bremerhaven durchaus diskutiert werden: Es geht um einen kritischen und fairen Lokaljournalismus. Die Presse müsse sich frei halten von den Ansprüchen der Mächtigen, wird ein Bürger in dem Bericht zitiert...
Das NDR-Medienmagazin Zapp berichtete am 7. September 2011 über eine Demonstration gegen die Gewohnheiten der "Märkischen Allgemeinen Zeitung".
Das NDR-Medienmagazin Zapp berichtete am 7. September 2011 über eine Demonstration gegen die Gewohnheiten der "Märkischen Allgemeinen Zeitung".
Freitag, 29. Juli 2011
Umbau der Bremerhavener Kliniklandschaft: Kritik am "Kampagnenjournalismus" der Nordsee-Zeitung...
Seestadtpresse Bremerhaven - Der Umbau der Bremerhavener Kliniklandschaft ist ein komplizierter Prozess, der seit vielen Jahren in einem etwas unübersichtlichen Hin und Her steckengeblieben ist.
Jetzt gibt es einen neuen Anlauf, der von der Nordsee-Zeitung ausführlich und schlagzeilenmächtig begleitet wurde.
Ein Insider charakterisiert die NZ-Vorgehensweise als einseitigen "Kampagnenjournalismus" und sieht alte Vorurteile am Werk.
Zum ausführlichen Text über die "schlagseitige Darstellung der Nordsee-Zeitung geht es durch einen Klick an dieser Stelle.
Jetzt gibt es einen neuen Anlauf, der von der Nordsee-Zeitung ausführlich und schlagzeilenmächtig begleitet wurde.
Ein Insider charakterisiert die NZ-Vorgehensweise als einseitigen "Kampagnenjournalismus" und sieht alte Vorurteile am Werk.
Zum ausführlichen Text über die "schlagseitige Darstellung der Nordsee-Zeitung geht es durch einen Klick an dieser Stelle.
Labels:
Bremerhaven,
Krankhäuser,
Nordsee-Zeitung
Sonntag, 24. Juli 2011
"Gute Nacht, Journalismus"? - Die Neue Zürcher Zeitung über Skandalisierungen und fette Schlagzeilen in unseren Zeitungen...
Seestadtpresse Bremerhaven - Der Fall Rupert Murdoch setzt allerorten kritische Diskussionen über die Mängel und Ärgernisse heutiger Massenmedien in Gang.
Unter der Überschrift "Gute Nacht, Journalismus!" setzt sich die Neue Zürcher Zeitung am 14. Juli 2011 mit der Problematik auseinander, speziell mit Blick auf die Schweiz: "Auch bei uns werden die situative Aufgeregtheit, die Skandalisierung immer mehr zum Leitfaden des Journalismus", schreibt der Autor Anton Schaller. "Die neuen Prinzipien verdrängen die umfassende Recherche, sie rücken die Bezüge auf die Geschichte in den Hintergrund."
Und weiter: "Auch bei uns zählt die fette Schlagzeile, drängt die Skandalgeschichte in den Vordergrund. Auch bei uns bestimmt mehr der Markt den Journalismus als die Orientierung an Wahrheit, Ausgewogenheit und Relevanz." (Hervorhebungen DK)
Solche Beobachtungen sollten Anstoß sein, auch die kleineren regionalen Zeitungen wie die Nordsee-Zeitung in Bremerhaven immer wieder einmal kritisch unter die Lupe zu nehmen.
Ziel ist nicht die Bekämpfung solcher Publikationen, sondern deren qualitative Weiterentwicklung im Sinne einer offenen und fairen öffentlichen Diskussion. Es soll allerdings Redaktionen geben, denen eine solche Unterscheidung fremd zu sein scheint.
Die Seestadtpresse Bremerhaven beackert dieses interessante Feld seit längerer Zeit. Beispiele dafür lassen sich hier oder hier und anderswo in dieser Bloggerei nachlesen.
Unter der Überschrift "Gute Nacht, Journalismus!" setzt sich die Neue Zürcher Zeitung am 14. Juli 2011 mit der Problematik auseinander, speziell mit Blick auf die Schweiz: "Auch bei uns werden die situative Aufgeregtheit, die Skandalisierung immer mehr zum Leitfaden des Journalismus", schreibt der Autor Anton Schaller. "Die neuen Prinzipien verdrängen die umfassende Recherche, sie rücken die Bezüge auf die Geschichte in den Hintergrund."
Und weiter: "Auch bei uns zählt die fette Schlagzeile, drängt die Skandalgeschichte in den Vordergrund. Auch bei uns bestimmt mehr der Markt den Journalismus als die Orientierung an Wahrheit, Ausgewogenheit und Relevanz." (Hervorhebungen DK)
Solche Beobachtungen sollten Anstoß sein, auch die kleineren regionalen Zeitungen wie die Nordsee-Zeitung in Bremerhaven immer wieder einmal kritisch unter die Lupe zu nehmen.
Ziel ist nicht die Bekämpfung solcher Publikationen, sondern deren qualitative Weiterentwicklung im Sinne einer offenen und fairen öffentlichen Diskussion. Es soll allerdings Redaktionen geben, denen eine solche Unterscheidung fremd zu sein scheint.
Die Seestadtpresse Bremerhaven beackert dieses interessante Feld seit längerer Zeit. Beispiele dafür lassen sich hier oder hier und anderswo in dieser Bloggerei nachlesen.
Samstag, 23. Juli 2011
Die lokale Machtstellung der Nordsee-Zeitung stützt sich auf bestimmte Muster - Vielleicht kann der Skandal um Rupert Murdoch für leichte Aufhellung sorgen...
Seestadtpresse Bremerhaven - Der Skandal um den Medienunternehmer Rupert Murdoch hat nach Meinung eines Beobachters in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sichtbar gemacht, dass Murdoch mit seinem Medien-Imperium in Großbritannien „weniger über die Massen als über die Mächtigen geherrscht “ habe.
Funktioniert habe diese Machtausübung über die Angst – „die Angst vor den Konsequenzen, wenn man es sich mit den Blättern oder ihren Verantwortlichen verscherzt“.
Die Frage ist, ob nicht auch andere Medien bis hin zu unserer kleinen Nordsee-Zeitung in Bremerhaven ihre Machtstellung nach diesem Muster ausnutzen können.
Ein paar Überlegungen dazu können >>>hier angeklickt werden.
Funktioniert habe diese Machtausübung über die Angst – „die Angst vor den Konsequenzen, wenn man es sich mit den Blättern oder ihren Verantwortlichen verscherzt“.
Die Frage ist, ob nicht auch andere Medien bis hin zu unserer kleinen Nordsee-Zeitung in Bremerhaven ihre Machtstellung nach diesem Muster ausnutzen können.
Ein paar Überlegungen dazu können >>>hier angeklickt werden.
Dienstag, 3. Mai 2011
Nordsee-Zeitung will dieses Mal mit dem Leserkalender etwas weniger Geld verdienen - Pro Anruf zur Auswahl der Fotos werden nun 14 statt 50 Cent fällig...
Seestadtpresse Bremerhaven - Die Nordsee-Zeitung hat ihre Zuverdienstmöglichkeiten bei der Erstellung eines "Leserkalenders" für das Jahr 2012 gegenüber dem vorhergehenden Mal ein wenig reduziert.
Wie in dieser Abteilung der Seestadtpresse unter dem Datum des 18. September 2010 nachzulesen ist, kostete jeder Anruf aus dem Festnetz im vergangenen Jahr noch 50 Cent, wenn jemand seine Foto-Auswahl für einen der zwölf Monate an die NZ weitergeben wollte. Das summierte sich auf immerhin sechs Euro, falls eine NZ-Leserin oder ein NZ-Leser ein Votum für alle zwölf Monatsblätter abgeben wollte.
Wer die aktuelle NZ-Werbekampagne für den Leserkalender ansieht, findet dort für jeden Anruf statt bisher 50 Cent nun 14 Cent.
Diese 14 Cent pro Anruf liegen immer noch weit über den normalen Telefontarifen, aber sie stellen doch zumindest eine gewisse Abkehr von der seinerzeit monierten Raffgier dar.
Wie in dieser Abteilung der Seestadtpresse unter dem Datum des 18. September 2010 nachzulesen ist, kostete jeder Anruf aus dem Festnetz im vergangenen Jahr noch 50 Cent, wenn jemand seine Foto-Auswahl für einen der zwölf Monate an die NZ weitergeben wollte. Das summierte sich auf immerhin sechs Euro, falls eine NZ-Leserin oder ein NZ-Leser ein Votum für alle zwölf Monatsblätter abgeben wollte.
Wer die aktuelle NZ-Werbekampagne für den Leserkalender ansieht, findet dort für jeden Anruf statt bisher 50 Cent nun 14 Cent.
Diese 14 Cent pro Anruf liegen immer noch weit über den normalen Telefontarifen, aber sie stellen doch zumindest eine gewisse Abkehr von der seinerzeit monierten Raffgier dar.
Freitag, 18. Februar 2011
Golfclub-Skandal von der Nordsee-Zeitung efreulich kritisch beleuchtet - Sonntagsjournal schweigt bisher eisern...
Seestadtpresse Bremerhaven - Die skandalöse Unterstützung der Stadt Bremerhaven für die heimische Golf-Firma namens "Golfclub Bremerhaven" wird in der Nordsee-Zeitung am 18. Februar 2011 weiter auf erfreulich kritische und hartnäckige Weise unter die Lupe genommen.
Nun taucht aber die interessante Frage auf, ob sich auch das Bremerhavener Sonntagsjournal endlich in diese Berichterstattung einschaltet.
Bisher hat das Sonntagsjorunal eisern geschwiegen, obwohl es mit dem Chefredakteur Werner Schwarz einen Golf-Experten aufzuweisen hat, der sonst keine Gelegenheit auslässt, den Golfsport aus allen Richtungen zu beleuchten.
Golfer Schwarz, der Golfschläger liegt doch stets bereit. Nun mal los!
Nun taucht aber die interessante Frage auf, ob sich auch das Bremerhavener Sonntagsjournal endlich in diese Berichterstattung einschaltet.
Bisher hat das Sonntagsjorunal eisern geschwiegen, obwohl es mit dem Chefredakteur Werner Schwarz einen Golf-Experten aufzuweisen hat, der sonst keine Gelegenheit auslässt, den Golfsport aus allen Richtungen zu beleuchten.
Golfer Schwarz, der Golfschläger liegt doch stets bereit. Nun mal los!
Dienstag, 8. Februar 2011
Bremerhavener Nordsee-Zeitung blamiert sich mit Blamage - Was eine Zeitung so alles aufblasen kann und könnte...
Seestadtpresse Bremerhaven - "Christina Aguilera blamiert sich beim Super Bowl", kündigt die Nordsee-Zeitung am 8. Februar 2011 groß mit Foto auf der ersten Seite an und titelt: "Top-Sport, mieser Gesang". In der Online-Ausgabe wird sogar ein langer dpa-Text dazu abgedruckt. Da ist in der Titelzeile von einem "Super-Patzer" die Rede.
Was war da Schlimmes passiert? Worin bestand die Blamage?
Der Weser-Kurier teilt das am gleichen Tag unauffällig in der Abteilung "Leute" mit: Vermutlich aus Nervosität habe der Pop-Star die siebte Zeile der amerikanischen Nationalhymne ausgelassen (!) und stattdessen die dritte Zeile noch mal wiederholt. Dabei habe sie auch noch ein Wort vertauscht.
Von einer Blamage ist im Weser-Kurier mit keiner Silbe die Rede.
Auch im angekündigten Text der Nordsee-Zeitung (übrigens auf Seite 26, nicht wie auf Seite 1 behauptet auf Seite 25) muss der Leser lange nach der großen Blamage suchen - und dort ist von einer "Blamage" ebenso wenig die Rede wie von "miesem Gesang".
Was sagt uns das?
Wenn die Messlatte so niedrig gelegt wird, um auf die Titelseite einer Zeitung zu kommen, dann könnte manch eine Zeitung die gesamte erste Seite ohne Probleme mit ihren eigenen Fehlleistungen selbst füllen.
| Nordsee-Zeitung vom 8. Februar 2011, links daneben der Weser-Kurier desselben Tages... |
Der Weser-Kurier teilt das am gleichen Tag unauffällig in der Abteilung "Leute" mit: Vermutlich aus Nervosität habe der Pop-Star die siebte Zeile der amerikanischen Nationalhymne ausgelassen (!) und stattdessen die dritte Zeile noch mal wiederholt. Dabei habe sie auch noch ein Wort vertauscht.
Von einer Blamage ist im Weser-Kurier mit keiner Silbe die Rede.
Auch im angekündigten Text der Nordsee-Zeitung (übrigens auf Seite 26, nicht wie auf Seite 1 behauptet auf Seite 25) muss der Leser lange nach der großen Blamage suchen - und dort ist von einer "Blamage" ebenso wenig die Rede wie von "miesem Gesang".
| Nordsee-Zeitung vom 8. Februar 2011, Seite 26 |
Wenn die Messlatte so niedrig gelegt wird, um auf die Titelseite einer Zeitung zu kommen, dann könnte manch eine Zeitung die gesamte erste Seite ohne Probleme mit ihren eigenen Fehlleistungen selbst füllen.
Freitag, 14. Januar 2011
Der schöne Klang des Wortes "Bio-Kraftwerk" in der Nordsee-Zeitung - Leider werden da die Tannenbäume auch nur verbrannt...
Seestadtpresse Bremerhaven - "Verwöhntag für Müllwerker" - unter dieser etwas merkwürdigen Überschrift berichtete die Nordsee-Zeitung am 10. Januar 2010 über das Einsammeln der Bremerhavener Tannenbäume nach den Festtagen.
Da die Müllwerker beim Einsammeln im Gegensatz zum sonstigen Müll-Muff-Geruch an dem "frischen Tannengeruch" schnuppern konnten, machte die NZ daraus gleich einen "Verwöhntag für die Müllwerker".
Nun ja.
Ob das die Müllwerker bei ihrem Sondereinsatz am Wochenende ebenso gesehen haben, darf vielleicht bezweifelt werden.
Noch etwas fiel mir auf.
Auf der Titelseite lief die Ankündigung des Berichts unter der Überschrift "Aus Tannenbäumen werden Spanplatten".
Auf dieser Seite 1 hieß es etwas genauer: "Die 80 Tonnen Holz werden in einem Bio-Kraftwerk verwertet oder geschreddert für die Produktion von Spanplatten verkauft."
Angesichts dieser Super-Bio-Meldung beschleichen mich doch leise Zweifel.
Zum einen sind mir bisher noch keine Spanplatten voller Tannennadeln in die Finger gekommen, aber vielleicht gibt es sie ja.
Zum anderen sind mir "Bio-Kraftwerke" mit Tannenbaumverwertung eine höchst bedenkliche Einrichtung. Müssen die Dinger vielleicht vorher mühsam über viele Monate vergoren werden?
Oder handelt es sich nicht doch um eine dieser Bio-Verwertungen, die mit dem wohl klingenden Zusatz "thermisch" zu versehen sind, weil der Kram einfach nur verbrannt wird?
Eine Anfrage bei der BEG brachte Aufklärung: Bei den angesprochenen "Biokraftwerken" hätte es richtig "Biomasse-Kraftwerke" heißen müssen, teilte ein BEG-Sprecher mit. Das seien Kraftwerke, die auf die Holzverbrennung hin optimiert wurden.
Das heißt: Dort wird "Holz als nachwachsender Rohstoff energetisch verwertet".
Also werden die Bremerhavener Tannenbäume am Ende doch wohl einfach nur verbrannt, wenn auch in optimierter Form.
Man muss es zugeben: Da klingt das Wort "Bio-Kraftwerk" irgendwie doch schöner als die schnöde Wirklichkeit...
Da die Müllwerker beim Einsammeln im Gegensatz zum sonstigen Müll-Muff-Geruch an dem "frischen Tannengeruch" schnuppern konnten, machte die NZ daraus gleich einen "Verwöhntag für die Müllwerker".
Nun ja.
Ob das die Müllwerker bei ihrem Sondereinsatz am Wochenende ebenso gesehen haben, darf vielleicht bezweifelt werden.
Noch etwas fiel mir auf.
Auf der Titelseite lief die Ankündigung des Berichts unter der Überschrift "Aus Tannenbäumen werden Spanplatten".
| Nordsee-Zeitung vom 10. Januar 2010 |
Angesichts dieser Super-Bio-Meldung beschleichen mich doch leise Zweifel.
Zum einen sind mir bisher noch keine Spanplatten voller Tannennadeln in die Finger gekommen, aber vielleicht gibt es sie ja.
Zum anderen sind mir "Bio-Kraftwerke" mit Tannenbaumverwertung eine höchst bedenkliche Einrichtung. Müssen die Dinger vielleicht vorher mühsam über viele Monate vergoren werden?
Oder handelt es sich nicht doch um eine dieser Bio-Verwertungen, die mit dem wohl klingenden Zusatz "thermisch" zu versehen sind, weil der Kram einfach nur verbrannt wird?
Eine Anfrage bei der BEG brachte Aufklärung: Bei den angesprochenen "Biokraftwerken" hätte es richtig "Biomasse-Kraftwerke" heißen müssen, teilte ein BEG-Sprecher mit. Das seien Kraftwerke, die auf die Holzverbrennung hin optimiert wurden.
Das heißt: Dort wird "Holz als nachwachsender Rohstoff energetisch verwertet".
Also werden die Bremerhavener Tannenbäume am Ende doch wohl einfach nur verbrannt, wenn auch in optimierter Form.
Man muss es zugeben: Da klingt das Wort "Bio-Kraftwerk" irgendwie doch schöner als die schnöde Wirklichkeit...
Dienstag, 11. Januar 2011
Die Kohlmeise ist eine Blaumeise - Bremerhavener Nordsee-Zeitung fotografiert ornithologisch knapp am Ziel vorbei...
Seestadtpresse Bremerhaven - Besserwisserei kann Vergnügen machen, führt aber auch auf gefährliche Pfade - das sollte klar sein. Insofern mache ich die folgenden Anmerkungen in aller Demut eines einsam um die Wahrheit ringenden Schreiberlings.
"Die Kohlmeise ist der Winterstar", titelt die Nordsee-Zeitung am 11. Januar 2011 auf ihrer Titelseite.
Leider zeigt das eingebaute Illustrationsfoto keine Kohlmeise, sondern eine Blaumeise.
Wer das nicht so recht glauben mag, kann zum Beispiel bei Wikipedia durch zwei Klicks die Kohlmeise mit der Blaumeise vergleichen.
Unter der Überschrift "Von Klugscheißern für Klugscheißer" erläutert auch unser Erstes Fernsehprogramm die Unterschiede zwischen der großen "schwarzen" (Kohle!) und der kleinen "blauen" Meise.
"Die Kohlmeise ist der Winterstar", titelt die Nordsee-Zeitung am 11. Januar 2011 auf ihrer Titelseite.
| Nordsee-Zeitung vom 11. Januar 2011, Seite 1 |
Wer das nicht so recht glauben mag, kann zum Beispiel bei Wikipedia durch zwei Klicks die Kohlmeise mit der Blaumeise vergleichen.
Unter der Überschrift "Von Klugscheißern für Klugscheißer" erläutert auch unser Erstes Fernsehprogramm die Unterschiede zwischen der großen "schwarzen" (Kohle!) und der kleinen "blauen" Meise.
Mittwoch, 22. Dezember 2010
Verwirrte Nordsee-Zeitung mit kuriosen Fehlern - Befördern die neuen (und billigeren) Strukturen der Redaktion möglicherweise ein beliebiges Durcheinander?
Seestadtpresse Bremerhaven - Journalismus kann ein hartes Brot sein, weil der Schreiberling von so vielen misstrauischen oder gar hämischen Menschen beobachtet wird.
Immerhin zwingt das zu einer gewissen Sorgfalt, und das ist auch nichts Schlechtes für diese Branche.
In manchen Zeitungshäusern sind aber Strukturen geschaffen worden, die so sparsam, engbrüstig oder kleingeistig gestrickt wurden, dass es zwangsläufig zu teilweise kuriosen Fehlern kommen muss.
Nehmen wir ein ganz kleines Beispiel aus der Nordsee-Zeitung, die sich aus Gründen der Einsparung ein sehr wimmelig daher kommendes Konzept zusammengebastelt hat.
"Lange arbeiten ist gesund", sagt eine Studie laut Überschrift in der Nordsee-Zeitung.
Diese Überschrift wundert manche Leserin so wenig wie manchen Leser, denn solche Aussagen freuen die heimische Industrie- und Handelskammer (IHK) und mit der ist die Nordsee-Zeitung bekanntlich emotional und geschäftlich sehr verbunden.
Ein Blick auf den darunter stehenden Text zeigt allerdings sehr deutlich, dass die zitierte Studie das genaue Gegenteil aussagt: Je länger die wöchentlichen Arbeitszeiten, desto häufiger treten Schlafstörungen, Rückenschmerzen und Herzbeschwerden auf.
Die korrekte Überschrift für den Text müsste also lauten: "Lange arbeiten ist nicht gesund". So steht es klipp und klar im Text, auch wenn sich die IHK darüber nicht so recht freuen mag.
Solche Verwechslungen sind beileibe kein Einzelfall, und daher darf die Frage erlaubt sein, welche Mechanismen und Strukturen innerhalb der Redaktion solche Fehler befördern.
Fast noch kurioser ist ein Beispiel aus der Nordsee-Zeitung vom 18. Dezember 2010. In dieser einen Ausgabe wird gleich dreimal dieselbe Botschaft übermittelt - nämlich dass die früher unter dem Namen "Pilefunk" bekannt gewordene Band am 22. Dezember im Pferdestall auf der Bühne steht.
Die Texte zeigen erhebliche Übereinstimmungen und erschienen in drei verschiedenen Rubriken - "Lokale Kultur", "Veranstaltungen" und "Musik-Journal".
Vielleicht wäre es doch schlauer gewesen, das Blattmachen nicht in lauter Beliebigkeiten und Zufälligkeiten aufzulösen und statt dessen beispielsweise eine federführende Kulturredaktion beizubehalten.
Immerhin zwingt das zu einer gewissen Sorgfalt, und das ist auch nichts Schlechtes für diese Branche.
In manchen Zeitungshäusern sind aber Strukturen geschaffen worden, die so sparsam, engbrüstig oder kleingeistig gestrickt wurden, dass es zwangsläufig zu teilweise kuriosen Fehlern kommen muss.
Nehmen wir ein ganz kleines Beispiel aus der Nordsee-Zeitung, die sich aus Gründen der Einsparung ein sehr wimmelig daher kommendes Konzept zusammengebastelt hat.
| Nordsee-Zeitung vom 21. Dezember 2010 |
Diese Überschrift wundert manche Leserin so wenig wie manchen Leser, denn solche Aussagen freuen die heimische Industrie- und Handelskammer (IHK) und mit der ist die Nordsee-Zeitung bekanntlich emotional und geschäftlich sehr verbunden.
Ein Blick auf den darunter stehenden Text zeigt allerdings sehr deutlich, dass die zitierte Studie das genaue Gegenteil aussagt: Je länger die wöchentlichen Arbeitszeiten, desto häufiger treten Schlafstörungen, Rückenschmerzen und Herzbeschwerden auf.
Die korrekte Überschrift für den Text müsste also lauten: "Lange arbeiten ist nicht gesund". So steht es klipp und klar im Text, auch wenn sich die IHK darüber nicht so recht freuen mag.
Solche Verwechslungen sind beileibe kein Einzelfall, und daher darf die Frage erlaubt sein, welche Mechanismen und Strukturen innerhalb der Redaktion solche Fehler befördern.
Fast noch kurioser ist ein Beispiel aus der Nordsee-Zeitung vom 18. Dezember 2010. In dieser einen Ausgabe wird gleich dreimal dieselbe Botschaft übermittelt - nämlich dass die früher unter dem Namen "Pilefunk" bekannt gewordene Band am 22. Dezember im Pferdestall auf der Bühne steht.
Die Texte zeigen erhebliche Übereinstimmungen und erschienen in drei verschiedenen Rubriken - "Lokale Kultur", "Veranstaltungen" und "Musik-Journal".
| Nordsee-Zeitung von 18. Dezember 2010, Seite 9, 22 und 41 |
Mittwoch, 1. Dezember 2010
Arbeitslosigkeit in Bremerhaven im Jahresvergleich gestiegen - Nordsee-Zeitung wählt lieber eine positiv klingende Überschrift aus...
Seestadtpresse Bremerhaven - Mit ihren Überschriften setzt die Nordsee-Zeitung (NZ) gelegentlich ebenso merkwürdige Akzente wie mit ihren Statistiken.
"Wieder mehr freie Stellen gemeldet", titelt die NZ im Lokalteil der Ausgabe vom 1. Dezember 2010. Und im Untertitel heißt es: "Arbeitslosigkeit verharrt bei elf Prozent im Arbeitsamtsbezirk".
Diese Feststellungen sind zwar richtig, aber sie picken sich einen einzelnen Aspekt sowie einen sehr kurzfristigen Vergleichszeitraum heraus. Wer nämlich den langfristigen Vergleich mit demselben Monat des Vorjahres (also mit November 2010) wählt, entdeckt einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um mehr als tausend Menschen - von 10.630 auf 11.769. Das ist für den gesamten Arbeitsamtsbezirk, zu dem außer der Stadt Bremerhaven auch der Altkreis Wesermünde gehört, eine Steigerung um gut 10 Prozent.
Könnte es sein, dass diese deutliche Zunahme der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr eine wichtigere Botschaft ist als der Hinweis auf die gestiegene Zahl der offenen Stellen?
Darüber lässt sich mit Recht streiten.
Aber nicht zu bestreiten ist die Tatsache, dass die Überschrift "Wieder mehr freie Stellen gemeldet" sich erheblich besser anhört als die Überschrift "Wieder mehr Arbeitslose gemeldet".
Festzuhalten ist an dieser Stelle, dass alle diese Angaben im Text sehr wohl korrekt und differenziert angesprochen werden.
Etwas merkwürdig kommt auch die Statistik auf der Titelseite der Nordsee-Zeitung daher.
Dort wird für die Stadt Bremerhaven eine gleich bleibende Quote von 16,4 Prozent gemeldet. Wer näher hinsieht, kann aber erkennen, dass hier wieder nur der kurzfristige Vergleich zum Vormonat gewählt wurde.
Hätte die Nordsee-Zeitung die Daten von November 2010 und November 2009 verglichen, dann müsste sie die Lage deutlich negativer beschreiben: Denn für die Stadt Bremerhaven ist die Arbeitslosenquote im Jahresvergleich von 14,4 Prozent auf 16,4 Prozent nach oben geklettert.
Nur durch die Wahl des kurzfristigen Vergleichs zum Vormonat kommt die positive Meldung zustande. Auffällig ist, dass in derselben Statistik die Arbeitslosenquote für das Bundesgebiet nicht nur kurzfristig mit dem Vormonat, sondern auch langfristig mit dem Vorjahresmonat verglichen wird.
Das zeigt, dass die Arbeitslosigkeit in der Stadt Bremerhaven gegen den Trend im Bundesgebiet angestiegen ist. Im Bundesgebiet sank die Arbeitslosigkeit in dieser Zeit nämlich von 7,6 auf 7,0 Prozent.
"Wieder mehr freie Stellen gemeldet", titelt die NZ im Lokalteil der Ausgabe vom 1. Dezember 2010. Und im Untertitel heißt es: "Arbeitslosigkeit verharrt bei elf Prozent im Arbeitsamtsbezirk".
| Nordsee-Zeitung vom 1. Dezember 2010, Seite 10 (Lokalteil) |
Diese Feststellungen sind zwar richtig, aber sie picken sich einen einzelnen Aspekt sowie einen sehr kurzfristigen Vergleichszeitraum heraus. Wer nämlich den langfristigen Vergleich mit demselben Monat des Vorjahres (also mit November 2010) wählt, entdeckt einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um mehr als tausend Menschen - von 10.630 auf 11.769. Das ist für den gesamten Arbeitsamtsbezirk, zu dem außer der Stadt Bremerhaven auch der Altkreis Wesermünde gehört, eine Steigerung um gut 10 Prozent.
Könnte es sein, dass diese deutliche Zunahme der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr eine wichtigere Botschaft ist als der Hinweis auf die gestiegene Zahl der offenen Stellen?
Darüber lässt sich mit Recht streiten.
Aber nicht zu bestreiten ist die Tatsache, dass die Überschrift "Wieder mehr freie Stellen gemeldet" sich erheblich besser anhört als die Überschrift "Wieder mehr Arbeitslose gemeldet".
Festzuhalten ist an dieser Stelle, dass alle diese Angaben im Text sehr wohl korrekt und differenziert angesprochen werden.
Etwas merkwürdig kommt auch die Statistik auf der Titelseite der Nordsee-Zeitung daher.
| Nordsee-Zeitung 1. Dezember 2010, Seite 1 |
Dort wird für die Stadt Bremerhaven eine gleich bleibende Quote von 16,4 Prozent gemeldet. Wer näher hinsieht, kann aber erkennen, dass hier wieder nur der kurzfristige Vergleich zum Vormonat gewählt wurde.
Hätte die Nordsee-Zeitung die Daten von November 2010 und November 2009 verglichen, dann müsste sie die Lage deutlich negativer beschreiben: Denn für die Stadt Bremerhaven ist die Arbeitslosenquote im Jahresvergleich von 14,4 Prozent auf 16,4 Prozent nach oben geklettert.
Nur durch die Wahl des kurzfristigen Vergleichs zum Vormonat kommt die positive Meldung zustande. Auffällig ist, dass in derselben Statistik die Arbeitslosenquote für das Bundesgebiet nicht nur kurzfristig mit dem Vormonat, sondern auch langfristig mit dem Vorjahresmonat verglichen wird.
Das zeigt, dass die Arbeitslosigkeit in der Stadt Bremerhaven gegen den Trend im Bundesgebiet angestiegen ist. Im Bundesgebiet sank die Arbeitslosigkeit in dieser Zeit nämlich von 7,6 auf 7,0 Prozent.
Labels:
Arbeitslosigkeit,
Medien,
Nordsee-Zeitung
Donnerstag, 25. November 2010
Terrorwirrwarr in den deutschen Medien - Nordsee-Zeitung in der Wirrnis wieder mittenmang...
Seestadtpresse Bremerhaven - Grelle Spekulationen über angebliche Terrorgefahren und ein munteres Spiel mit den Ängsten der Bevölkerung - daran beteiligten sich in den vergangenen Tagen die meisten deutschen Medien.
Auch die Nordsee-Zeitung in Bremerhaven spekulierte und spielte entschlossen mit über "Attentate", "Terror-Angst" und "El-Kaida".
Der große Widerspruch zwischen riesiger Angstmacherei und mickeriger Faktenlage war auffällig und reichte gelegentlich bis in die einzelnen Zeitungen hinein.
So hievte die Nordsee-Zeitung am 24. November 2010 die Schlagzeile "Terror-Angst befeuert Sicherheitsdebatte" auf die Titelseite, während sie gleichzeitig auf Seite 3 vom "Hohn und Spott im Netz über die Terroristenjagd" berichtete.
Einen ganz aufschlussreichen Überblick über "Medien und Minister im Terrorwahnsinn" lieferte am 24. November 2010 das NDR-Medienmagazin "Zapp".
Auch die Nordsee-Zeitung in Bremerhaven spekulierte und spielte entschlossen mit über "Attentate", "Terror-Angst" und "El-Kaida".
| Reichlich nebulöses Terrorgefasel in der Presse - auch die Nordsee-Zeitung wollte sich die Chancen offensichtlich nicht entgehen lassen... |
So hievte die Nordsee-Zeitung am 24. November 2010 die Schlagzeile "Terror-Angst befeuert Sicherheitsdebatte" auf die Titelseite, während sie gleichzeitig auf Seite 3 vom "Hohn und Spott im Netz über die Terroristenjagd" berichtete.
Einen ganz aufschlussreichen Überblick über "Medien und Minister im Terrorwahnsinn" lieferte am 24. November 2010 das NDR-Medienmagazin "Zapp".
Dienstag, 23. November 2010
Handelsblatt und Prognos bescheinigen der Stadt Bremerhaven ein "Zukunftsrisiko" - Die Nordsee-Zeitung hat darüber sicher schon berichtet...
Seestadtpresse Bremerhaven - Die beliebten Tabellen über die wirtschaftliche Dynamik und die Risiken einzelner Städte und Regionen haben ihre Tücken - das ist allseits bekannt.
Gleichwohl spielen diese sogenannten "Rankings" in der Lokalpresse eine Rolle, wenn sie der eigenen Region gute Chancen bescheinigen. Ist das Gegenteil der Fall, schweigen die journalistischen Wirtschaftsförderer sehr gerne.
Nehmen wir ein Beispiel für Bremerhaven. Im Handelsblatt findet sich unter dem Datum 15. November 2010 eine Infografik der Firma Prognos unter der Überschrift "Alle Städte und Kreise im Test". Es handelt sich um einen "Zukunftsatlas" von Prognos auf der Basis von 29 Indikatoren.
Bremerhaven erscheint da in blauer Farbe. Das bedeutet "Hohe Zukunftsrisiken". In den Jahren 2004 und 2007 ging Prognos für Bremerhaven nur von "Zukunftsrisiken" aus.
Auf dem allerletzten Platz dieses Rankings findet man den Landkreis Demmin - Platz 412. Bremerhaven wird der Platz 373 zugewiesen.
Im Jahre 2004 (also vor sechs Jahren) rangierte Bremerhaven im Zukunftsatlas noch auf Platz 367 von 439.
Was das Kriterium "Soziale Lage & Wohlstand" angeht, steht Bremerhaven allerdings auf dem allerletzten Platz - noch hinter dem Landkreis Demmin.
Bei den Kriterien "Dynamik" und "Demografie" hat Bremerhaven laut Prognos seine Zukunftsaussichten erheblich verbessert. Ganz anders sieht es bei den Kriterien "Arbeitsmarkt" und "Wettbewerb & Innovation" aus - da haben sich Bremerhavens Aussichten teilweise deutlich verschlechtert.
Die Grafik im Handelsblatt ermöglicht Vergleiche.
Wenn etwa Bremerhaven mit Wilhelmshaven verglichen wird, schneidet Bremerhaven insgesamt schlechter ab.
Im Vergleich mit dem Landkreis Demmin steht Bremerhaven besser da, und zwar in allen Kriterien bis auf eines: In puncto Wohlstand hat der Kreis Demmin die besseren Karten, meint Prognos.
Auch wenn solche Rankings wegen der oft nicht durchschaubaren Kriterien mit Skepsis zu betrachten sind, bleibt es ganz interessant, einmal einen solchen vergleichenden Blick auf die eigene Stadt und ihren speziellen Mix von Chancen und Risiken zu werfen.
Vermutlich habe ich die Berichterstattung in der Nordsee-Zeitung über die hier ermittelten, wenig erquicklichen Aussichten Bremerhavens übersehen. Das könnte in einem solchen Fall der Ausfluss des erwähnten Prinzips der "journalistischen Wirtschaftsförderung" sein.
Nachtrag 23. November 2010: Tatsächlich habe ich die Berichterstattung in der Nordsee-Zeitung vom 16. November 2010 übersehen. Das war insofern nicht allzu schwer, als die schlechte Bremerhavener Einstufung unter der Überschrift "Zukunft im Norden eher mau" daher kam. "Süden hängt den Rest der Republik ab", lautet die Parole. Bremerhaven wird im Text eher nebenbei erwähnt: "Bremerhaven rangiert weit hinten", ist zu lesen.
Gleichwohl spielen diese sogenannten "Rankings" in der Lokalpresse eine Rolle, wenn sie der eigenen Region gute Chancen bescheinigen. Ist das Gegenteil der Fall, schweigen die journalistischen Wirtschaftsförderer sehr gerne.
Nehmen wir ein Beispiel für Bremerhaven. Im Handelsblatt findet sich unter dem Datum 15. November 2010 eine Infografik der Firma Prognos unter der Überschrift "Alle Städte und Kreise im Test". Es handelt sich um einen "Zukunftsatlas" von Prognos auf der Basis von 29 Indikatoren.
Bremerhaven erscheint da in blauer Farbe. Das bedeutet "Hohe Zukunftsrisiken". In den Jahren 2004 und 2007 ging Prognos für Bremerhaven nur von "Zukunftsrisiken" aus.
Auf dem allerletzten Platz dieses Rankings findet man den Landkreis Demmin - Platz 412. Bremerhaven wird der Platz 373 zugewiesen.
Im Jahre 2004 (also vor sechs Jahren) rangierte Bremerhaven im Zukunftsatlas noch auf Platz 367 von 439.
Was das Kriterium "Soziale Lage & Wohlstand" angeht, steht Bremerhaven allerdings auf dem allerletzten Platz - noch hinter dem Landkreis Demmin.
Bei den Kriterien "Dynamik" und "Demografie" hat Bremerhaven laut Prognos seine Zukunftsaussichten erheblich verbessert. Ganz anders sieht es bei den Kriterien "Arbeitsmarkt" und "Wettbewerb & Innovation" aus - da haben sich Bremerhavens Aussichten teilweise deutlich verschlechtert.
Die Grafik im Handelsblatt ermöglicht Vergleiche.
Wenn etwa Bremerhaven mit Wilhelmshaven verglichen wird, schneidet Bremerhaven insgesamt schlechter ab.
Im Vergleich mit dem Landkreis Demmin steht Bremerhaven besser da, und zwar in allen Kriterien bis auf eines: In puncto Wohlstand hat der Kreis Demmin die besseren Karten, meint Prognos.
Auch wenn solche Rankings wegen der oft nicht durchschaubaren Kriterien mit Skepsis zu betrachten sind, bleibt es ganz interessant, einmal einen solchen vergleichenden Blick auf die eigene Stadt und ihren speziellen Mix von Chancen und Risiken zu werfen.
Vermutlich habe ich die Berichterstattung in der Nordsee-Zeitung über die hier ermittelten, wenig erquicklichen Aussichten Bremerhavens übersehen. Das könnte in einem solchen Fall der Ausfluss des erwähnten Prinzips der "journalistischen Wirtschaftsförderung" sein.
Nachtrag 23. November 2010: Tatsächlich habe ich die Berichterstattung in der Nordsee-Zeitung vom 16. November 2010 übersehen. Das war insofern nicht allzu schwer, als die schlechte Bremerhavener Einstufung unter der Überschrift "Zukunft im Norden eher mau" daher kam. "Süden hängt den Rest der Republik ab", lautet die Parole. Bremerhaven wird im Text eher nebenbei erwähnt: "Bremerhaven rangiert weit hinten", ist zu lesen.
Donnerstag, 18. November 2010
Medien sichern Machtpositionen unserer Eliten - Interessen der Mehrheit spielen kaum noch eine Rolle...
Seestadtpresse Bremerhaven - Der Publizist Albrecht Müller, unter anderem Initiator der Nachdenkseiten, beschäftigt sich in seinem neuen Buch "Meinungsmache. Wie Wirtschaft, Politik und Medien uns das Denken abgewöhnen wollen" mit der medialen Erzeugung des Gedankengespinstes, das die Machtpositionen unserer Eliten absichert.
Ein kurzer Auszug aus der Vorbemerkung von Albrecht Müller:
"Wer über viel Geld und / oder publizistische Macht verfügt, kann die politischen Entscheidungen massiv beeinflussen. Die öffentliche Meinungsbildung ist zum Einfallstor für den politischen Einfluss der neoliberalen Ideologie und der damit verbundenen finanziellen und politischen Interessen geworden. In einer von Medien und Geld geprägten Gesellschaft ist das zum Problem der Mehrheit unseres Volkes geworden, zum Problem des sogenannten Mittelstands und vor allem der Arbeitnehmerschaft und der Gewerkschaften, denn diese Mehrheit und ihre Interessen werden zunehmend kaltgestellt. Das erklärt die breite und wachsende Kluft zwischen den Interessen der Mehrheit und den von oben eingeleiteten politischen Entscheidungen."
Das ist selbstverständlich nichts als eine sehr allgemeine Zusammenfassung der Lage, die sich aber auch an lokalen Presseerzeugnisse wie der "Nordsee-Zeitung" ganz gut erkennen lässt. Im Buch "Meinungsmache" gibt es dazu mehr Stoff - das zeigen schon die Leseproben, die hier anzusteuern sind.
Aktuelle Beispiele für das Versagen vieler Medien sind immer wieder auf den Nachdenkseiten zu finden, beispielsweise hier.
Ein kurzer Auszug aus der Vorbemerkung von Albrecht Müller:
"Wer über viel Geld und / oder publizistische Macht verfügt, kann die politischen Entscheidungen massiv beeinflussen. Die öffentliche Meinungsbildung ist zum Einfallstor für den politischen Einfluss der neoliberalen Ideologie und der damit verbundenen finanziellen und politischen Interessen geworden. In einer von Medien und Geld geprägten Gesellschaft ist das zum Problem der Mehrheit unseres Volkes geworden, zum Problem des sogenannten Mittelstands und vor allem der Arbeitnehmerschaft und der Gewerkschaften, denn diese Mehrheit und ihre Interessen werden zunehmend kaltgestellt. Das erklärt die breite und wachsende Kluft zwischen den Interessen der Mehrheit und den von oben eingeleiteten politischen Entscheidungen."
Das ist selbstverständlich nichts als eine sehr allgemeine Zusammenfassung der Lage, die sich aber auch an lokalen Presseerzeugnisse wie der "Nordsee-Zeitung" ganz gut erkennen lässt. Im Buch "Meinungsmache" gibt es dazu mehr Stoff - das zeigen schon die Leseproben, die hier anzusteuern sind.
Aktuelle Beispiele für das Versagen vieler Medien sind immer wieder auf den Nachdenkseiten zu finden, beispielsweise hier.
Mittwoch, 10. November 2010
100-Millionen-Euro-Zuschuss für das Deutsche Schiffahrtsmuseum geplatzt - Nordsee-Zeitung war am voreiligen Hinaustrompeten der Behauptung gut sichtbar beteiligt...
Seestadtpresse Bremerhaven - Am 5. September 2010 hätte das Deutsche Schiffahrtsmuseum seinen 35. Geburtstag feiern können, aber die Zeiten stehen im Hause seit längerer Zeit auf Sturm.
Und nun ist auch noch der große Traum vom 100-Millionen-Euro-Zuschuss der Bundesregierung geplatzt.
In der Nordsee-Zeitung vom 9. November 2010 musste sich die Museumsdirektorin Ursula Warnke kräftige Vorwürfe anhören, weil sie schon sehr früh die angeblich sichere Finanzierung in die Öffentlichkeit hinaus trompetet habe.
Diese Kritik der Nordsee-Zeitung ist unredlich, weil sie die eigene Rolle beim naiven Hinaustrompeten der angeblich sicheren Finanzierung großartiger Neubauten einfach verschweigt.
Denn ohne die Nordsee-Zeitung hätte Ursula Warnke die Bremerhavener Öffentlichkeit gar nicht in dieser Breite erreichen können.
Ein kurzer Blick zurück: Den Anfang mit dem Hinaustrompeten von Falschmeldungen machte die Bremerhavener Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS. In ihrer Pressemitteilung 93/08 behauptete sie frech: "40 Millionen für das Nationalmuseum" und weiter: "Mehr Platz, mehr Ausstellungen und mehr Attraktionen - das Deutsche Schiffahrtsmuseum bekommt den lang ersehnten Anbau".
Eine schlichte Falschmeldung, wie auch DSM-Direktor Lars Ulrich Scholl gegenüber dem Weser-Kurier vom 25. November 2008 einräumte. "Soweit ist es noch längst nicht", stellte er sachlich fest. Überschrift im Weser-Kurier: "Frohlocken kam zu früh".
Am 11. Juli 2009 stieg dann die Nordsee-Zeitung mit einem Aufmacher im Lokalteil ganz groß ein.
Unter der Überschrift "Das Warten hat sich gelohnt" kommentierte NZ-Chefredakteur Jost Lübben: "Was für eine gute Nachricht für das Deutsche Schiffahrtsmuseum und die Stadt Bremerhaven! 90 Millionen Euro stehen vom Bund für den Umbau zur Verfügung."
Im zugehörigen Bericht behauptet die Nordsee-Zeitung sogar: "Dieses Geld ist im Etat des Ministeriums bereits eingeplant."
Der Weser-Kurier formulierte am gleichen Tag korrekt (und sehr viel vorsichtiger): "Nach Warnkes Worten hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung seine Bereitschaft signalisiert, ab 2010 schrittweise 90 Millionen Euro für die geplanten Aktivitäten bereitzustellen."
Wenn der NZ-Kommentator nun in der Ausgabe vom 9. November 2010 schreibt "Da hat die Direktorin Ursula Warnke im vergangenen Jahr wohl etwas zu früh die Sektkorken knallen lassen", dann darf hinzugefügt werden:
"Die Nordsee-Zeitung hat sich auch in diesem Fall am voreiligen Knallenlassen der Sektkorken kräftig mit beteiligt."
Und nun ist auch noch der große Traum vom 100-Millionen-Euro-Zuschuss der Bundesregierung geplatzt.
In der Nordsee-Zeitung vom 9. November 2010 musste sich die Museumsdirektorin Ursula Warnke kräftige Vorwürfe anhören, weil sie schon sehr früh die angeblich sichere Finanzierung in die Öffentlichkeit hinaus trompetet habe.
Diese Kritik der Nordsee-Zeitung ist unredlich, weil sie die eigene Rolle beim naiven Hinaustrompeten der angeblich sicheren Finanzierung großartiger Neubauten einfach verschweigt.
Denn ohne die Nordsee-Zeitung hätte Ursula Warnke die Bremerhavener Öffentlichkeit gar nicht in dieser Breite erreichen können.
Ein kurzer Blick zurück: Den Anfang mit dem Hinaustrompeten von Falschmeldungen machte die Bremerhavener Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS. In ihrer Pressemitteilung 93/08 behauptete sie frech: "40 Millionen für das Nationalmuseum" und weiter: "Mehr Platz, mehr Ausstellungen und mehr Attraktionen - das Deutsche Schiffahrtsmuseum bekommt den lang ersehnten Anbau".
Eine schlichte Falschmeldung, wie auch DSM-Direktor Lars Ulrich Scholl gegenüber dem Weser-Kurier vom 25. November 2008 einräumte. "Soweit ist es noch längst nicht", stellte er sachlich fest. Überschrift im Weser-Kurier: "Frohlocken kam zu früh".
Am 11. Juli 2009 stieg dann die Nordsee-Zeitung mit einem Aufmacher im Lokalteil ganz groß ein.
| Nordsee-Zeitung vom 11. Juli 2009: "Alles neu für 100 Millionen Euro" |
Im zugehörigen Bericht behauptet die Nordsee-Zeitung sogar: "Dieses Geld ist im Etat des Ministeriums bereits eingeplant."
Der Weser-Kurier formulierte am gleichen Tag korrekt (und sehr viel vorsichtiger): "Nach Warnkes Worten hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung seine Bereitschaft signalisiert, ab 2010 schrittweise 90 Millionen Euro für die geplanten Aktivitäten bereitzustellen."
| Nordsee-Zeitung vom 9. November 2010: "Traum vom 90-Millionen-Euro-Zuschuss des Bundes für Umbau des DSM ist geplatzt" |
"Die Nordsee-Zeitung hat sich auch in diesem Fall am voreiligen Knallenlassen der Sektkorken kräftig mit beteiligt."
Labels:
Bremerhaven,
Nordsee-Zeitung,
Schiffahrtsmuseum
Dienstag, 9. November 2010
"Deutscher Tourismuspreis": Auch der zweite Text in der Nordsee-Zeitung ist ein fast wortgetreuer Nachdruck einer Pressemitteilung - Trauriger Verlautbarungsjournalismus geht weiter...
Seestadtpresse Bremerhaven - Monopolisten können fast sicher sein, dass ihnen kaum jemand auf die Schliche kommt, wenn sie Unsinn verzapfen oder Nachlässigkeiten praktizieren. Auch die Nordsee-Zeitung nutzt ihre Monopolstellung immer wieder aus.
Ein weiteres Beispiel dafür liefert der angeblich so bedeutsame, tatsächlich aber weitgehend unbekannte "Deutsche Tourismuspreis", den die Havenwelten in der Konkurrenz gegen ein Jugendprojekt auf der Insel Rügen nicht gewinnen konnten.
Warum nur haben die vielen hundert Millionen Euro gegen ein paar zehntausend verloren? Wer in der Nordsee-Zeitung Antwort auf solche kritischen Fragen sucht, sucht immer häufiger vergeblich.
Denn in der Nordsee-Zeitung vom 6. November 2010 wird erneut eine Pressemitteilung abgedruckt. Die letzte kam vom Magistrat, diese stammt von der Bremerhavener Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS.
"Havenwelten beste Destination beim Deutschen Tourismuspreis", formuliert die BIS ziemlich trickreich, denn da wird ein Preisgewinn suggeriert, den es überhaupt nicht gab.
Und dann wird es in der BIS-Pressemitteilung nicht nur noch trickreicher, sondern endgültig lügenhaft: "Erbauer und Betreiber der Havenwelten feiern in Essen den Tourismus-Oskar".
Schließlich feiert hier nur der Verlierer im Wettbewerb um den angeblichen Tourismus-Oskar gemeinsam mit dem Sieger, und das wird in der Formulierung von der gemeinsamen Feierei ziemlich plattköpfig verschleiert.
Für die Redaktion der Nordsee-Zeitung spielen solche Fragen von Propaganda und Wahrheit offensichtlich keine Rolle. Sie druckt den Text der BIS-Pressemitteilung fast wortgetreu ab. Nur am Anfang wird etwas eingefügt, und der letzte Absatz fehlt.
Verlautbarungsjournalismus hat zwar nicht mehr viel mit der eigentlichen Aufgabe des Journalismus zu tun, aber er ist eindeutig billiger.
Das ist vielleicht wahr, aber auch sehr traurig.
Ein weiteres Beispiel dafür liefert der angeblich so bedeutsame, tatsächlich aber weitgehend unbekannte "Deutsche Tourismuspreis", den die Havenwelten in der Konkurrenz gegen ein Jugendprojekt auf der Insel Rügen nicht gewinnen konnten.
Warum nur haben die vielen hundert Millionen Euro gegen ein paar zehntausend verloren? Wer in der Nordsee-Zeitung Antwort auf solche kritischen Fragen sucht, sucht immer häufiger vergeblich.
Denn in der Nordsee-Zeitung vom 6. November 2010 wird erneut eine Pressemitteilung abgedruckt. Die letzte kam vom Magistrat, diese stammt von der Bremerhavener Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS.
"Havenwelten beste Destination beim Deutschen Tourismuspreis", formuliert die BIS ziemlich trickreich, denn da wird ein Preisgewinn suggeriert, den es überhaupt nicht gab.
Und dann wird es in der BIS-Pressemitteilung nicht nur noch trickreicher, sondern endgültig lügenhaft: "Erbauer und Betreiber der Havenwelten feiern in Essen den Tourismus-Oskar".
Schließlich feiert hier nur der Verlierer im Wettbewerb um den angeblichen Tourismus-Oskar gemeinsam mit dem Sieger, und das wird in der Formulierung von der gemeinsamen Feierei ziemlich plattköpfig verschleiert.
Für die Redaktion der Nordsee-Zeitung spielen solche Fragen von Propaganda und Wahrheit offensichtlich keine Rolle. Sie druckt den Text der BIS-Pressemitteilung fast wortgetreu ab. Nur am Anfang wird etwas eingefügt, und der letzte Absatz fehlt.
Verlautbarungsjournalismus hat zwar nicht mehr viel mit der eigentlichen Aufgabe des Journalismus zu tun, aber er ist eindeutig billiger.
Das ist vielleicht wahr, aber auch sehr traurig.
Labels:
Havenwelten,
Medien,
Nordsee-Zeitung
Montag, 8. November 2010
Der deutsche Journalismus als "gläubiger Diener des Mainstreams" - Traurige Bilanz der Berichterstattung über die große Finanzkrise in eine Studie für die Otto-Brenner-Stiftung...
Seestadtpresse Bremerhaven - Den aktuellen Ereignissen hinterher hecheln statt ihre Hintergründe zu erläutern - so charakterisiert eine Studie im Auftrag der Otto-Brenner-Stiftung den deutschen Wirtschaftsjournalismus während der jüngsten großen Finanz- und Wirtschaftskrise. Es sei wenig brauchbare Information und viel Desorientierung geboten worden.
Oder etwas anders ausgedrückt: "Der tagesaktuelle deutsche Wirtschaftsjournalismus ist ein gläubiger Diener des Mainstreams, kein kritischer Träger der Aufklärung."
Wem bei einer solchen Aussage die Bremerhavener Nordsee-Zeitung einfällt, dürfte der Wahrheit ziemlich nahe kommen.
Autoren der Studie sind Dr. Hans-Jürgen Arlt und Dr. Wolfgang Storz. Der Titel ihrer Arbeit, die von der Otto-Brenner-Stiftung als Band 63 der Arbeitshefte herausgegeben wurde, lautet "Wirtschaftsjournalismus in der Krise. Zum massenmedialen Umgang mit Finanzmarktpolitik".
Viel zu sehr im Vordergrund der Berichterstattung stehen laut Analyse von Arlt und Storz die Verlautbarungen der Regierung und der Banken selbst, denen damit die Deutungshoheit der Krise überlassen wird.
Zwar gibt es erkennbare Unterschiede zwischen den großen Zeitungen wie FAZ, Süddeutsche Zeitung und taz, aber insbesondere in der Anfangsphase der großen Krise kommt die kritische Beurteilung bei allen viel zu kurz.
Statt dessen beobachten die Autoren eine Nachrichtenproduktion in der Art eines "Informationswühltisches", der durch "Faktensammlerfleiß und Reflexionsfaulheit" gekennzeichnet sei. Erst in der Schlussphase der Krise ändert sich ihrer Meinung das Bild ein wenig, und es kommt zu einem gewissen Perspektivenwechsel.
Als besonders schlecht beurteilen die Autoren die journalistische Arbeit der ARD (Tagesschau und Tagesthemen) und der Presseagentur dpa.
Da die Agentur dpa in großem Ausmaß die kleineren regionalen Zeitungen wie die Nordsee-Zeitung beliefert, sieht dort die Berichterstattung über die Finanzkrise auch besonders traurig aus.
Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Studie ist auch auf den Nachdenkseiten unter dem Datum 30. März 2010 nachzulesen.
Oder etwas anders ausgedrückt: "Der tagesaktuelle deutsche Wirtschaftsjournalismus ist ein gläubiger Diener des Mainstreams, kein kritischer Träger der Aufklärung."
Wem bei einer solchen Aussage die Bremerhavener Nordsee-Zeitung einfällt, dürfte der Wahrheit ziemlich nahe kommen.
Autoren der Studie sind Dr. Hans-Jürgen Arlt und Dr. Wolfgang Storz. Der Titel ihrer Arbeit, die von der Otto-Brenner-Stiftung als Band 63 der Arbeitshefte herausgegeben wurde, lautet "Wirtschaftsjournalismus in der Krise. Zum massenmedialen Umgang mit Finanzmarktpolitik".
Viel zu sehr im Vordergrund der Berichterstattung stehen laut Analyse von Arlt und Storz die Verlautbarungen der Regierung und der Banken selbst, denen damit die Deutungshoheit der Krise überlassen wird.
Zwar gibt es erkennbare Unterschiede zwischen den großen Zeitungen wie FAZ, Süddeutsche Zeitung und taz, aber insbesondere in der Anfangsphase der großen Krise kommt die kritische Beurteilung bei allen viel zu kurz.
Statt dessen beobachten die Autoren eine Nachrichtenproduktion in der Art eines "Informationswühltisches", der durch "Faktensammlerfleiß und Reflexionsfaulheit" gekennzeichnet sei. Erst in der Schlussphase der Krise ändert sich ihrer Meinung das Bild ein wenig, und es kommt zu einem gewissen Perspektivenwechsel.
Als besonders schlecht beurteilen die Autoren die journalistische Arbeit der ARD (Tagesschau und Tagesthemen) und der Presseagentur dpa.
Da die Agentur dpa in großem Ausmaß die kleineren regionalen Zeitungen wie die Nordsee-Zeitung beliefert, sieht dort die Berichterstattung über die Finanzkrise auch besonders traurig aus.
Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Studie ist auch auf den Nachdenkseiten unter dem Datum 30. März 2010 nachzulesen.
Labels:
Finanzkrise,
Medien,
Nordsee-Zeitung
Abonnieren
Posts (Atom)
